Europäischer Köhlerverein
Europäischer Köhlerverein e.V. gegründet 1997 in Hasselfelde, Sitz in Eibenstock OT Sosa, Präsident: Karl Josef Tielke, Mail: info@europkoehler.com
  
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Holzkohlemeiler

Köhlern für den Tropenwald

Afrikanisches Bambuskohleprojekt beschreitet neue Wege der Finanzierung im Internet.

„Ohne Köhler kein Fortschritt“, titelte einmal Spiegel Online, um dann durchaus berechtigt darauf zu verweisen, dass es ohne Holzkohle „weder eine Eisenzeit noch die Bronzezeit“ gegeben hätte, da nur mit Holzkohle die Temperaturen erreicht werden konnten, die nötig waren, Erze zu gewinnen. Viel hat sich seither nicht getan an den Herden der Dritten Welt, noch immer ist Holzkohle in größeren Siedlungen Afrikas der wichtigste Energielieferant zum Kochen – mit zunehmend dramatischen Folgen für die Umwelt.

Jetzt schicken sich zwei Münchner an, mit einer afrikanischen Köhlerei den Schritt in die Moderne zu wagen. Sie wollen mit Hilfe einer „Schwarmfinanzierung“ Geld für den Aufbau eines Unternehmens sammeln, das mit umweltschonender Technologie einem nachhaltigen Rohstoff den Weg ebnen soll: Bambus. „Crowdfunding“ heißt das Zauberwort, mit dem immer mehr unternehmerische Pioniere im Internet nach Möglichkeiten suchen, Fortschritt zu finanzieren. Eine Möglichkeit, von der Ines und Claus Egger sicherlich noch nichts ahnten, als sie sich vor acht Jahren entschlossen, nach Ghana zu gehen, um dort die Leitung eines Urlaubsresorts zu übernehmen. Auch konnten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dass eines Tages für sie die Gewinnung von Pflanzenkohle Fortschritt bedeuten würde.

Aber der Reihe nach. Denn auch die Vorgeschichte ist nicht unerheblich dafür, dass die Köhlerei einmal zum Aufgabengebiet der Eggers gehören würde. Diese waren nämlich eigentlich beide in der Nähe von München im Hotelgewerbe tätig, hatten aber schon immer auch nach Afrika geblickt, interessierten sich für diesen Kontinent und Claus Egger hatte nebenbei eine in Deutschland entwickelte Destilliermaschine für ätherische Öle nach Afrika vermittelt – so auch nach Ghana. Eine Entwicklungshilfe-Organisation nahm wegen des Apparates Kontakt zu den beiden auf, Claus Egger reiste nach Ghana und stieß dort auf das Projekt eines Deutschen, der auf mehr als 40 Hektar Grund am Ankobra Beach ein Urlaubsresort gegründet hatte. Und irgendwann stand dann die Frage im Raum, ob Claus und seine Frau nicht die Leitung dieses 230 Kilometer von Ghanas Hauptstadt Accra entfernten, reichlich herunter gekommenen Betriebes übernehmen wollten, mit dem der Gründer bereits seit 1990 soziale und ökologische Aspekte und Projekte mit sanftem Tourismus verbunden hatte. Nach kurzer Bedenkzeit packte das Ehepaar Egger die Koffer und das kleine Kind bei der Hand. Beide nahmen diese Herausforderung vor allem deshalb an, weil sie sehr viel mehr tun wollten, als nur hin und wieder eine Überweisung für ein Hilfsprojekt in Afrika auszufüllen.

In Ghana angekommen bot ihnen das Resort hierzu nicht wenige Möglichkeiten. Um den ursprünglichen Grundgedanken umzusetzen, legte zum Beispiel Ines ein Obst- und Gemüsegarten nach ökologischen Kriterien an, um Gäste ebenso wie die Arbeitskräfte mit frischen, nicht mit Pestiziden belasteten Lebensmitteln verköstigen zu können. Gleichzeitig war für Ines und Claus Egger unübersehbar, welcher Raubbau an der Natur um sie herum betrieben wird, da andere Einkommensquellen fehlen. Insbesondere durch illegales Goldschürfen, das den Fluss und die Laichgebiete der Fische und damit die Lebensgrundlage der Fischer zerstört. Und durch den illegalen Holzeinschlag in den letzten geschützten Waldflächen. Weil es keine erschwingliche Alternativen zum Kochen mit Holz bzw. Holzkohle gibt.

Dabei lag möglicher Ersatz auf der Hand: Bambus. Der in Ghana auf tausenden Quadratkilometern wächst. Kaum verwendet wird. Nach nur drei Jahren wieder erntereif nachgewachsen ist. Sogar den Böden gut tut, Wasser speichert. Man kann den heimischen Bambus zwar nicht direkt verfeuern, damit aber mehr Kohle produzieren, als in ganz Ghana aus Holz gewonnen wird. Diese Chance wollten die Eggers ergreifen und den Menschen entlang des Flusses und an der Küste neue Lebensgrundlagen eröffnen, bevor auch diese ihre Koffer packen und flüchten. Und das mit einem wesentlich umweltschonenderen Verfahren, welches Holzgase, die beim Köhlern entstehen, für die Pyrolyse einsetzt. Die dazu notwendige Apparatur - der Retortofen - musste aber so einfach gebaut sein, dass er erschwinglich und auch für Familien oder kleine Dorfgemeinschaften rentabel ist. Als dann ein passender Bauplan bei dem Entwicklungshilfe Pionier Dr. Chris Adam in Garmisch gefunden wurde, war das Projekt „Bambuskohle“ geboren, und es wurde zum Herzstück von „Ankobra Farms“.

Köhlern für den Regenwald
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