Europäischer Köhlerverein
Europäischer Köhlerverband e.V. gegründet 1997 in Hasselfelde, Sitz in Eibenstock OT Sosa, Präsident: Karl Josef Tielke, Mail: info@europkoehler.com
  
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Holzkohlemeiler

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Seit einigen Tagen rauchen in den Köhlereiregionen Europas wieder die Meiler der Saison 2018. Die ersten Meiler sind angesteckt, das erste Meilerfest ist gefeiert, die erste Kohle ist geerntet. Ganz früh starteten Köhler in Wieden (Schwarzwald). Dort gab es erstmals einen Wintermeiler, über den die "Landesschau Baden-Württemberg" des SWR Fernsehen BW am 03.01.2018 in Bild und Ton berichtete. Auf www.europkoehler.com haben wir mittlerweile 100 Meilertermine des laufenden Jahres gelistet. Wer seinen Meilertermin darunter vermisst, ist herzlich eingeladen, diesen für die Veröffentlichung mitzuteilen (info@europkoehler.com)... Mehr als 30 Meiler werden allein im Mai schwelen und belegen so erneut die Gültigkeit des alten Harzer Köhlerliedes "In dem schönen Monat Mai zieht der Köhler in sein Hai (Kohlgehölz)…". Bei den Meilerwochen gibt es in diesem Jahr auffällig viele Meiler mit jungen Leuten (Kindermeiler/Schülermeiler..) und Kooperationen mit Freilichtmuseen. Auch einige Ortsjubiläen werden wieder mit einem Meiler gekrönt. Reichlich Gelegenheiten also, unser traditionsreiches Handwerk auch in diesem Jahr live, in Farbe und mit seinem unvergleichlichen Duft zu erleben. Dieses immaterielle Kulturerbe lebt!!! Allen Besuchern ein herzliches Willkommen, allen Köhlerinnen und Köhlern ein gutes Gelingen am Meiler und ein kräftiges GUT BRAND… (Foto: Jochen Tack, Essen)
2018 ist Europäisches Kulturerbejahr! Mit einer Vielzahl an Veranstaltungen und Aktivitäten feiert Europa sein grenzüberschreitendes kulturelles Erbe.
Staatsministerin für Kultur und Medien, Professor Monika Grütters sagte bei der Eröffnung: „Mit dem Europäischen Kulturerbejahr laden wir dazu ein, im Austausch über unsere gemeinsamen Wurzeln und Werte der Seele Europas nachzuspüren. Die Frage danach, worauf Europa aufgebaut ist, was uns ausmacht als Europäerinnen und Europäer, ist heute drängender denn je angesichts der vielerorts zu beobachtenden Erosion der europäischen Einigung. Ich bin überzeugt: Nur als Wertegemeinschaft hat die Europäische Union eine Zukunft! Denn nur so weckt die europäische Idee jenen Enthusiasmus, der Europa vor einem Rückfall in Abschottung, Gewalt und Unfreiheit bewahren kann.“
Das Europäische Kulturerbejahr 2018 findet in Deutschland unter dem Motto „SHARING HERITAGE“ (Erbe teilen) statt und geht auf eine Initiative des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, des Bundes, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zurück. Es orientiert sich an zwischen Bund, Ländern und Kommunen abgestimmten Themen unter der Grundidee „Das Europäische im Lokalen entdecken“ mit besonderen Akzenten auf dem baulichen und archäologischen Erbe. Das archäologische Kulturerbe wird ab 21. September 2018 in der Ausstellung "Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland" im Martin-Gropius- Bau in Berlin dargestellt. Die deutschen Aktivitäten setzen auch einen besonderen Schwerpunkt auf die Vermittlung des Kulturerbes an Kinder und Jugendliche.
Die digitale Plattform www.sharingheritage.de ist die zentrale Anlaufstelle für alle Aktivitäten rund um das Kulturerbejahr. Sie dient Interessierten zur Information über das Europäische Kulturerbejahr 2018 in Deutschland und stellt dar, was wann und wo im Rahmen des Jahres passiert. Darüber hinaus dokumentiert die Plattform bereits abgeschlossene Veranstaltungen und Projekte. Hier können sich alle, die mitmachen – egal ob große geförderte Leuchtturmprojekte oder zivilgesellschaftlich Engagierte auf lokaler Ebene – wiederfinden, präsentieren und vernetzen.
Vom 31. März - 02. April 2017 fand die 20. Präsidiumssitzung des EKV im alten Harzer Köhlerdorf Wolfshagen statt. Neben aktuellen Berichten standen die Vorbereitung auf das 11. Europäische Köhlertreffen 2017 in Lembach (Elsaß), sowie Überlegungen zum 20. Geburtstag des EKV im Herbst dieses Jahres an. Die im Vorjahr begonnenen Beratungen über eine Anpassung der Satzung an die Veränderungen in der Mitgliederstruktur und eine verbindlichere Europäisierung der Gremien konnten mit der Formuliereung entsprechender Anträge für die Mitgliederversammlung abgeschlossen werden. Vorüberlegungen für die im Sommer turnusmäßig anstehenden Neuwahlen schlossen sich an. Im Rahmen der Sitzung konnte Kurt Jacob (verantwortlich für die freie Schriftenreihe des EKV) das erste Exemplar des neuen Heftes "Vom Holz zu Kohle und Teer - Die Verwandlung von Holz im Meiler oder Teerofen zu neuen Produkten" an Präsident Karl Josef Tielke überreichen. Der Autor dieses Heftes, unser langjähriges Mitglied Gerd Heil, hat darin die chemischen Prozesse der Pyrolyse nicht nur verständlich beschrieben, sondern mit einem gefilmten Laborversuch anschaulich dargestellt. Er hat das Heft den Mitgliedern des EKV zum zwanzigjährigen Bestehen gewidmet. Neben den Präsidiumsberatungen gab es ausgiebige Möglichkeiten, Einblicke in die Kultur der Harzregion und die lokale Bergbau- und Köhlereigeschichte zu erleben. So begrüssten die "Wolfshäger Hexenbrut" und der Chor der Wolfshäger Meilerfreunde ihre Gäste am ersten Abend zünftig und mitreissend. Stadt- und Ortsbürgermeister und der Vorsitzende des Harzclubs zeigten sich erfreut, dass Wolfshagen für drei Tage ein Mittelpunkt Europas sein dürfe. Mit dem Besuch des Weltkulturerbes Rammelsberg und einer Untertageführung zur historischen Wasserführung in diesem bedeutendsten Harzer Bergwerk konnten die Präsidiumsmitglieder mit Begleitung den Dreiklang von Bergbau, Köhlerei und Hüttenwesen in der frühen Montangeschichte handfest erfahren. Beim Abschlussabend stellte Gerd Heil das in seinem Auftrag nach historischen Vorlagen nachgebaute Pechhorn optisch und akustisch vor. In den guten Begegnungen zeigte sich erneut, wie prägend der europäische Gedanke im EKV lebt!!! Mit grossem Köhlerdank an die herzlichen Gastgeber der Wolfshäger Meilerfreunde machten sich alle auf die Heimfahrt. (Foto: Karl Heinz Kordt, weitere Fotos in der Rubrik "Bildergalerie")
Am gestrigen Sonntag ging am Fusse der Burg Fleckenstein das 11. Europäische Köhlertreffen zu Ende. Mehr als 400 Köhler und Köhlerfreunde aus ganz Europa durften vier Tage in die elsässische Kultur und Lebensart eintauchen. In der konzentrierten Mitgliederversammlung beschlossen die Mitglieder u.a. den Namen in "Europäischer Köhlerverband e.V. " zu ändern, einige Passagen der Satzung neu zu fassen, ein neues Präsidium zu wählen (für vier Jahre: Präsident Karl Josef Tielke, Vizepräsidenten Doris Wicki und Peter Feldmer, Schatzmeister Meinolf Kopshoff, Schriftführer Wilfried Luther) und das 12. Europäische Köhlertreffen 2019 nach Hardehausen und Giershagen zu vergeben. Neue europäische Köhlerliesel in der Nachfolge von Saskia Abstreiter wird für zwei Jahre Amélie Leflaec. Beim Köhlerabend am Samstag gab es herzliche Dankesworte und -geschenke der Teilnehmergruppen für die vorzüglichen Gastgeber. Der oekumenische Gottesdienst im Innenhof der Burg Fleckenstein mit Köhlerchor und Bläsergruppe setzte einen würdigen Schlusspunkt. In der Herzkammer Europas konten die Köhler und Köhlerfreunde in ihren Begegnungen erneut die lebendige und verbindende Kraft der europäischen Idee intensiv erleben und neue Freude an Europa tanken! Ein riesiges DANKE den über alle Massen herzlichen und gastfreundlichen Köhlerfreunden "D'Flackstaaner Kohlebranner" - Au revoir Alsace und Willkommen 2019 in Hardehausen und Giershagen...
(Erste Fotos von Teresa Tielke und Hartmut Bisinger in der Bildergalerie, weitere Berichte u.a. über die Mitgliederversammlung folgen)
Zeitgleich mit dem Kinostart des Dokumentarfilms «Köhlernächte» von Robert Müller stellt die Stiftung Fotodok vom 11. 01. - 30. 04. 2018 die Langzeitdokumentation „Die Köhler am Napf“ des Luzerner Fotografen Simon Meyer vor.
Das jahrtausendealte Handwerk der Holzkohle-Herstellung übte auf den gelernten Kunstschmied und heutigen Fotografen Simon Meyer schon immer eine grosse Faszination aus. So nahm er, begleitend zu den Arbeiten von Robert Müller am Dokumentarfilm «Köhlernächte», von 2012 bis 2017 immer wieder die kurvigen Strassen zum «Trachslis», zur «Hängelenflüe», zur «Finsteregg», zum «Unterbramboden» und zu all den anderen Köhlerplätzen im Napfgebiet unter die Räder. Dabei entstand eine umfangreiche und spannende Langzeitdokumentation über die Köhler am Napf – von der einzigen Schweizer Köhlerin Doris Wicki bis zum jungen Nachwuchsköhler Lukas Thalmann. Die eindrücklichen Bilder zeigen nicht nur die handwerklichen Abläufe der zeitintensiven, schmutzigen und körperlich anstrengenden Kohleherstellung, sondern halten auch das lange nächtliche Warten an den schwelenden und Funken sprühenden Meilern fest.
www.fotodok-galerie.ch
Noch ist kein Meilerduft zu riechen - aber überall werden schon die Hölzer für das neue Köhlerjahr vorbereitet ! Eine Ausnahme machten Köhler in Wieden (Schwarzwald). Dort gab es erstmals einen Wintermeiler, über den die "Landesschau Baden-Württemberg" des SWR Fernsehen BW am 03.01.2018 in Bild und Ton berichtete. Die ersten Frühjahrsmeiler werden dann im April angesteckt. Auf www.europkoehler.com wächst inzwischen die Liste der Meilertermine dieses Jahres von Tag zu Tag. Wer seine Meilerwoche darunter vermisst, ist herzlich eingeladen, diese für die Veröffentlichung mitzuteilen (info@europkoehler.com)... Allen Köhlerinnen und Köhlern ein gutes und unfallfreies Gelingen bei den Vorbereitungen und ein kräftiges GUT BRAND!!!
Liebe Mitglieder und Freunde des Europäischen Köhlerverbandes!

Durch das nun langsam vergehende Jahr 2017 zog sich eine in der - zugegebenermaßen noch jungen - Geschichte unseres Verbandes nie dagewesene Fülle von besonderen Veranstaltungen : von der 20. Präsidiumssitzung im Frühjahr, über das bislang größte Europäische Köhlertreffen im Sommer bis zum 20. Geburtstag des EKV im Herbst brachten alle Ereignisse einen freudigen Glanz in dieses Köhlerjahr. Ich möchte diesen Brief auch dazu nutzen, unseren örtlichen Aktiven, die diese Ereignisse organisiert haben, von Herzen zu danken. Das alles war in echter Köhlermanier gekonnt und mit Leidenschaft, mit ausserordentlicher Gastfreundschaft und europagetränkter Herzlichkeit getan!!!
Auf den ersten Blick betrachtet könnte man danach versucht sein, sich genüsslich zurückzulehnen und mit sich und seiner Köhlerwelt rundum zufrieden zu sein. In der Vorbereitung auf die zweifellos schönen Anlässe habe ich mich das Jahr hindurch immer wieder gefragt, ob es wirklich reicht, wenn wir das alles nur geniessen und zelebrieren. Wäre es nicht mindestens so wichtig, uns inmitten all der frohen Feierlichkeiten auch intensiv mit unseren Grundlagen und Perspektiven zu befassen, der Frage „Wozu sind wir da?“ nachzugehen ? Das hat mir keine Ruhe gelaassen und dazu geführt, dass ich in meiner Ansprache in der Festveranstaltung zu unserem 20. Geburtstag einige Gedanken dazu in den Mittelpunkt gestellt habe. (Der ganze Text unter „Aktuelles“ auf www.europkoehler.com) Ich bin der festen Überzeugung, dass es für uns als Mitglieder eines Verbandes, der die Tradition des Köhlerhandwerkes lebendig halten will, nicht genug sein kann, wenn wir mit unseren Meilern jahrein jahraus gute Holzkohle produzieren und fröhliche Köhlerfeste feiern. Wenn uns nicht klar ist, warum wir das tun, was wir damit in Erinnerung halten und in unsere Zeit und die Zukunft überliefern wollen, bleibt unser Bemühen reine Freizeitbeschäftigung! Letztlich müssen wir uns schon damit befassen, ob es so etwas wie eine zentrale Botschaft aus dem harten Leben und der Alltagskultur der vielen Köhlergenerationen vor uns gibt, die vielleicht als verbindende Vision für unser Wirken als einzelne Köhler, in unseren Vereinen und Gruppen, im Europäischen Köhlerverband und möglicherweise sogar als Impuls in unsere aus den Fugen geratende Gesellschaft und Welt hinein taugen kann!
Nun haben sich unsere Köhlervorfahren nicht gerade als besonders schreibfreudig erwiesen und auch wenig zur Überlieferung des Köhlerlebens hinterlassen. Sie hatten schlicht und einfach genug damit zu tun, mit harter Arbeit das Überleben für sich und ihre Familien zu erkämpfen. Allerdings haben etliche von ihnen die Aufmerksamkeit von Dichtern und Literaten geweckt, die Momente aus dem Köhlerleben in Gedichte, Geschichten und Lieder gefasst und überliefert haben. Ich möchte hier eines der schönsten Köhlergedichte eines unbekannten Verfassers von 1803 zitieren, welches die Fragen nach zentraler Botschaft und Vision auf seine Art exzellent beantwortet:

„Lustig, ihr Köhler! im schaurigen Wald!
Hört, wie der Sturm durch die Tannen verhallt!
Schwarz, wie die Nacht, ist euer Gesicht;
Aber beim Himmel! Das Herz ist es nicht.
Gastfrei und freundlich, und traulich und froh
Theilt ihr den Bissen, das Lager von Stroh;
Weis’t den verirrten Wandrer zurecht,
Haltet Verstellung und Schandthat für schlecht.
Flink nach dem Meiler, ihr Köhler! gesehn,
Daß nur ja keine Löschkohlen entstehn!
Klingend und schwer und stahlblau allein
Müssen die Kohlen des Meilers stets seyn.“

In diesem kleinen, unscheinbaren Gedicht stecken in meinen Augen gelebte Maßstäbe unserer Vorfahren, die auch in unseren wirren Zeiten nicht nur uns, sondern auch den ganz vielen Anderen echte Orientierung geben können. Wäre es nicht lohnend für uns, in diesen Spuren zu gehen? Ich möchte euch mit diesem Brief einladen, die ruhige Zeit „Zwischen den Jahren“ zu nutzen, über uns, unsere Wurzeln und unsere Visionen neu nachzudenken. Vor allem aber, darüber dann miteinander zu sprechen und gut zu handeln!
Ich würde mich freuen, anschliessend von euch darüber zu hören oder zu lesen…
Liebe Köhlerfreunde!
In diesem Sinne wünsche ich euch und euren Familien ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr 2018, in dem ich mich wieder auf gute Begegnungen mit euch freue.
Allzeit GUT BRAND
Karl Josef Tielke
- Präsident des Europäischen Köhlerverbandes e.V. -
Wie schon 2015 hat unser Mitglied Hartmut Bisinger wieder einen Kalender 2018 mit Fotos vom 11. Europäischen Köhlertreffen im Format DIN A 4 quer zusammengestellt. Interessenten können den Kalender zum Preis von 13 € zzgl. Versandkosten direkt bei Hartmut bestellen: Hartmut Bisinger, Schloßstr. 20, D- 95131 Schwarzenbach am Wald, Telefon:09289 9645496,
Email: frankenwaelder@web.de
Der Verwandlung von Holz im Meiler oder Teerofen zu neuen Produkten wie Holzkohle, Holzteer usw. ist das nagelneue Heft 16 unserer freien Schriftenreihe gewidmet. Dem Autor Gerd Heil, langjähriges und verdientes Mitglied im EKV, gelingt es auf knapp 30 Seiten allgemein verständlich und anschaulich die chemischen Prozesse bei der Verkohlung von Holz darzustellen. Zwar ist schon der Text des Heftes mit Grafiken und Schaubildern gut illustriert, doch gewinnt das Heft durch die zugehörige DVD eine ganz eigene Qualität an Anschaulichkeit: so wird ein Laborversuch der Pyrolyse von Holz in allen Phasen filmisch dargestellt. Mit diesem kleinen "Einmaleins der Chemie für Köhler und Teerschweler" werden die chemischen Abläufe sichtbar, die aich ansonsten verborgen im Meiler oder Teerofen abspielen. Weitere Filmbeiträge zum (schweizerischen) Meilerbau, einem doppelwandigen Teerofen, einer Retorte und einem Holzvergaser ergänzen die DVD. Gerd Heil hat Heft und DVD den Mitgliedern des Europäischen Köhlervereins zum zwanzigjährigen Bestehen gewidmet. Heft und DVD wurden in gewohnter Weise von Kurt Jacob redigiert und layoutet. "Vom Holz zu Kohle und Teer" kann ab sofort bestellt werden bei
Herrn Kurt Jacob, Michelsweg 1, D-96529 Mengersgereuth - Hämmern, Telefon: 03675 743263, Mail: kujac@web.de
Deutschland hat Ende 2014 erstmals 27 Traditionen und Wissensformen in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zu den nach intensivem Bewerbungs- und Prüfungsverfahren aufgenommenen lebendigen Traditionen zählen auch Köhlerhandwerk und Teerschwelerei. Eine vergleichbare Anerkennung gibt es schon seit einigen Jahren in Österreich und der Schweiz.
Am 16. März wurden die Vereine und Initiativen, die Träger des immateriellen Kulturerbes sind, in der Landesvertretung Schleswig-Holsteins in Berlin ausgezeichnet. Die Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters und Brunhild Kurth, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und sächsische Kultusministerin, überreichten die Urkunden. Präsident Karl Josef Tielke und Ehrenpräsident Heinz Sprengel nahmen als Vertreter des Europäischen Köhlervereins an der Auszeichnungsveranstaltung teil. In einem Podiumsgespräch mit Vertretern von fünf ausgezeichneten Trägergruppen zeigte sich Karl Josef Tielke froh und dankbar über diese Anerkennung: "Mit dieser Anerkennung wird der grossen Bedeutung der Köhlerei und Teerschwelerei in der technischen und kulturellen Entwicklung der Menschheit Rechnung getragen. Ohne das Köhlerhandwerk wäre bis in's 18. Jahrhundert kein Gramm Erz geschmolzen und verarbeitet worden, ohne Teerschweler kein Schiff seetüchtig gewesen. Wir werden auch künftig alles daran setzen, das alte Handwerk unserer Vorfahren in Ehren zu halten, in seiner Vielfalt öffentlich zu praktizieren und den kommenden Generationen zu überliefern!"
Das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes ist ein Spiegelbild der kulturellen Vielfalt in Deutschland. Zum immateriellen Kulturerbe zählen traditionelle Bräuche und Feste, Wissensformen, darstellende Künste und Handwerkstechniken. Bis Ende November 2013 gingen in der ersten Bewerbungsrunde 128 Vorschläge aus der Zivilgesellschaft ein. Nach einer Vorauswahl in den Bundesländern und der Evaluierung durch ein unabhängiges Expertenkomitee der DUK wurden im Dezember 2014 die ersten 27 lebendigen Traditionen für das bundesweite Verzeichnis ausgewählt. Eine zweite Bewerbungsrunde wurde kürzlich eröffnet.
Alle 27 Gruppen, die ab sofort mit ihrer Tradition oder Wissensform im bundesweiten Verzeichnis vertreten sind, können fortan für ihre nicht-kommerzielle Arbeit ein Logo nutzen. Es steht für das Motto der Konvention in Deutschland: "Wissen. Können. Weitergeben."
(nach: Mitteilungen der Deutschen UNESCO-Kommission vom 12.12.2014, 10.03.2015, 16.03.2015, Foto: Deutsche UNESCO-Kommission/Christoph Löffler)
Mehr zum Thema in unserer Bildergalerie und unter www.unesco.de
Der Kohlplatz von Georg Geiselhart in Münzdorf ist seit kurzem ein ganz besonderes europäisches Köhlereizentrum: als Geschenke zu Georg's 50-jährigem Köhlerjubiläum hatten viele Gäste in grossen Gläsern Meilererde (Lösche, Stübbe...) von ihren Kohlplätzen mitgebracht und schütteten diesen einzigartigen Köhlergruss auf den im Bau befindlichen Meiler. Mehr als 30 Kohlplätze aus Europa sind nun auf dem Kohlplatz im Reisach präsent und erinnern hier an den lebendigen europäischen Verbund der Köhler im EKV und darüber hinaus...
Mit einem grossen Köhlerfamilienfest in der Festhalle Hayingen wurde dieses ausgesprochen seltene Köhlerjubiläum festlich begangen. Gut 150 Gäste waren der Einladung der Organisatoren Giorgio Luchetta sowie Isolde und Norbert Geiselhart gefolgt und erwiesen dem Jubilar die Ehre. Besonders Köhlerfreunde aus der näheren und weiteren Umgebung dankten Georg für seine langjährige Fortführung der Köhlerfamilientradition schon in der vierten Generation. In Anerkennung und Würdigung seiner Verdienste um das Köhlerhandwerk überreichte Karl Josef Tielke dem Jubilar die Ehrenmedaille des Europäischen Köhlervereins.
Zum heutigen Namensfest des heiligen Köhlers Alexander Carbonarius erreichte mich ein überaus herzlicher Dank unserer Köhlerfreunde aus dem Elsaß, der eindrücklich zeigt, wie gut und schön unsere Tage in Lembach nicht nur für uns, sondern auch für unsere Gastgeber in Erinnerung sind! So möchte ich auch an dieser Stelle den größtmöglichen Köhlerdank allen Charbonniers und Charbonnières du Fleckenstein vor und hinter den Kulissen aussprechen, stellvertretend besonders Charles Schlosser und Anne - Rose Hieber!!! Ihr habt mit Engagement und Herzlichkeit ein überragendes Zeugnis unserer europäischen Verbundenheit in unsere Köhlerherzen gebrannt...

"Lieber ​Karl Josef
​​und liebe Köhlerfreunde,
Die Tage verfliegen wie der Meilerrauch im Regenwind. Doch die vielseitigen und bunten Erinnerungen an schöne Tage oben am Fleckenstein vergehen nicht.
Euer Besuch im Elsass war für uns alle ein erfahrungsreiches, belebendes und genussvolles Ereignis. Der Energieeinsatz unseres Teams wurde durch Eure Freundschaft und Eure frohe Laune weitgehend ausgeglichen.
Empfangt dafür unseren besten und tiefsten Dank.
Wir haben versucht Euch ein wenig den Duft der “douce France” spüren zu lassen und anscheinend ist es uns den ersten Reaktionen nach nicht ganz misslungen.
Die zwei Meiler ergaben Ende letzter Woche 8,5 Tonnen echter Holzkohlen mit ganz wenig Bränden, bei uns “Stumpen”.

Gute Zeit Euch allen!

Im Namen von alle Charbonniers und Charbonnières du Fleckenstein
Charles Schlosser
und ein Spezielles Dankeschön an alle für Ihre Aufmerksamkeit,
Herzliche Grüsse
​und alles Gute ...
Die Sekretärin : Anne-Rose HIEBER"
Seit einigen Tagen rauchen in den Köhlereiregionen Europas wieder die Meiler der Saison 2017. Die ersten Meiler sind angesteckt, das erste Meilerfest ist gefeiert, die erste Kohle ist geerntet (bei Hocheckers in Österreich). Bei Marcus Waldinger auf dem Härtsfeld hat der SWR schon die ersten Fernsehaufnahmen gedreht, das ZDF ist in diesen Tagen dabei, Meilerbilder für einen Dreiteiler über Wald und Waldnutzung aufzunehmen. Am 23. April zündet der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tilich den 10. Historischen Meiler an der Köhlerhütte in Fürstenbrunn (Erzgebirge) an. In den nächsten Monaten gibt es zahlreiche Meilerjubiläen zu begehen: mal das 40. Meilerfest, mal der 25-jährige Vereinsgeburtstag, einmal sogar ein Fest zum 50-jährigen Jubiläum eines Köhlers!!! Auf www.europkoehler.com haben wir inzwischen schon 80 Meilertermine des laufenden Jahres gelistet. Wer seinen Meilertermin darunter vermisst, ist herzlich eingeladen, diesen für die Veröffentlichung mitzuteilen (info@europkoehler.com)... Mehr als 40 Meiler werden in den Monaten Mai und Juni schwelen und belegen so erneut die Gültigkeit des alten Harzer Köhlerliedes "In dem schönen Monat Mai zieht der Köhler in sein Hai (Kohlgehölz)…". Reichlich Gelegenheiten also, unser traditionsreiches Handwerk auch in diesem Jahr live, in Farbe und mit seinem unvergleichlichen Duft zu erleben. Dieses immaterielle Kulturerbe lebt!!! Allen Besuchern ein herzliches Willkommen, allen Köhlerinnen und Köhlern ein gutes Gelingen am Meiler und ein kräftiges GUT BRAND… (Foto: Jochen Tack, Essen)
Das 11. Europäische Köhlertreffen findet vom 27. - 30. Juli 2017 im elsässischen Lembach (Frankreich) am Fusse der Burgruine Fleckenstein statt. Unsere Freunde der Charbonniers du Fleckenstein sind mit grossem Engagement mitten in den Vorbereitungen. Die Eckdaten für das Programm sehen einige besondere Highlights vor: Empfang mit einem festlichen DreiGängeMenü, Bergwerksbesichtigung, Burgenwanderung, Folkloreabend, Ausflug zu den Elsässer Dörfern mit Weinprobe, oekumenischer Abschlussgottesdienst im Innenhof der Burg Fleckenstein… Selbstverständlich wird auch die ordentliche Mitgliederversammlung mit den turnusmäßig anstehenden Wahlen stattfinden. Inzwischen sind die Informationen zu den Unterkunftsmöglichkeiten und die offizielle Einladung an die EKV-Mitglieder verschickt. Nachfragen beim Präsidenten der Charbonniers Charles Schlosser (cschlosser@wanadoo.fr) oder der Sekretärin der Charbonniers Anne-Rose Hieber (arhieber39@gmail.com). Der Anmeldestand hat die 300 längst überschritten!!! Der EKV und die Charbonniers du Fleckenstein laden herzlich zu diesem absehbar grossartigen Treffen im Herzen Europas ein!!!
Zum 10. Europäischen Köhlertreffen in Neukirchen ist auch ein neuer Flyer des EKV erschienen. Im handlichen Kalenderformat sind wichtige Informationen zur Geschichte und zum aktuellen Stand des EKV knapp zusammengefasst. Zahlreiche Fotos von unterschiedlichen Aktivitäten illustrieren die Arbeit der europäischen Köhler und Köhlerfreunde exemplarisch. "Das ist der Europäische Köhlerverein…" kann kostenfrei bezogen werden bei: Europäischer Köhlerverein e.V., Hauptstr. 28, 08309 Eibenstock oder bei Karl Josef Tielke, Liethberg 20 A, 33178 Borchen (info@europkoehler.com).
Die frisch renovierten Räume unseres Archivs in Sosa wurden am 09. Oktober offiziell eingeweiht. Der Bürgermeister von Eibenstock, Uwe Staab, und der Ortsvorsteher von Sosa, Tobias Unger, nahmen an der kleinen Feierstunde teil und zeigten sich erfreut über die bleibende Präsenz des EKV im Erzgebirge. Präsident Karl Josef Tielke dankte den tatkräftigen Helfern des Köhlervereins Erzgebirge, besonders Dieter Marggraf, und unserem Archivar, Ehrenpräsident Heinz Sprengel, für die gelungene Renovierung der Archivräume sowie Ute Häcker und Uschi Konkol für die Bewirtung mit erzgebirgschen Broten. Neben einem Raum für die Archivalien stehen uns ein kleiner Büroraum und ein Besprechungsraum zur Verfügung. Eine Wand des Besprechungsraumes zieren die Wappen der Ausrichtungsorte aller bisherigen Europäischen Köhlertreffen. Jetzt ist reichlich Platz für viele weitere Bücher, Broschüren, Fotos, Filme usw. aus den Köhlerregionen Europas… Unser Archivar Heinz Sprengel sieht den Einlieferungen mit Freude entgegen!
Mit dem Titel "Das Terra Preta-Phänomen - eine kreislauforientierte Bioökonomie" ist in diesen Tagen das 15. Heft unserer freien Schriftenreihe erschienen. Kurt Jacob, unser Verantwortlicher für die Schriftenreihe, hat mit Hilfe kompetenter Fachleute eine kompakte Einführung in dieses spannende Themengebiet zusammengestellt. Selbstverständlich geht es dabei auch um ein zukunftsträchtiges Einsatzfeld für Holz- und Pflanzenkohle! Prof. Dr. Bruno Glaser, Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle - Wittenberg, stellt den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erforschung der Terra Preta-Böden im Amazonasgebiet und das wirtschaftliche Potenzial von Terra Preta/Pflanzenkohle-Technologien dar. Mitglieder der AG Geoökologie der Freien Universität Berlin erläutern ihre aus diversen Forschungsprojekten seit 2010 gewonnenen Erkenntnisse zur Herstellung und Anwendung von Biokohle und Biokohlesubstrat. Neben dem Doppeleffekt von Schadstoffsicherung/-abbau und der Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit wurden durch die Nutzung regional anfallender Biomasseabfälle eine Steigerung der Ressourceneffizienz und der regionalen Wertschöpfung erreicht. Pit Mau (Geschäftsführer von EM e.V. Deutschland, Gesellschaft zur Förderung regenerativer Mikroorganismen) berichtet anhand praktischer Beispiele über den zentralen Zusammenhang von Biokohle und effektiven Mikroorganismen. Alles in allem eine (auf gerade einmal 40 Seiten!) fundierte und praxisbezogene Einführung in ein Themengebiet, das im kleinen viele Möglichkeiten eröffnet, am grossen Thema der Zukunft unseres Planeten mitzugestalten! Das Heft kann ab sofort zum Preis von 5,00 € zzgl. Versandkosten bezogen werden bei: Kurt Jacob, Mengersgereuth-Hämmern, Michelsweg 1, D - 96529 Frankenblick, Mail: kujac@web.de
Die an der Uni Paderborn angesiedelte NRW-Landesstelle Immaterielles Kulturerbe hatte zu einer Informationsveranstaltung nach Münster eingeladen. Interessierte potentielle Antragsteller sollte auf diese Weise Gelegenheit bekommen, sich mit den Rahmenbedingungen und dem Bewerbungsverfahren für die nächsten Möglichkeiten zur Eintragung in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes bzw. entsprechende Listen einzelner Bundesländer auseinanderzusetzen. Frau Prof. Eva-Maria Seng (Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe, Uni Paderborn) stellte die Grundlagen der UNESCO-Konvention von 2003 dar, Benjamin Hanke (Referent der Deutschen UNESCO-Kommission) erläuterte die Umsetzung dieses Abkommens in Deutschland. Karl Josef Tielke berichtete mit weiteren Vertretern schon anerkannter Kulturformen über den Weg zur Eintragung von Köhlerhandwerk und Teerschwelerei in das bundesweite Verzeichnis, die dabei gemachten Erfahrungen und erkennbare Auswirkungen der Anerkennung. In bisher zwei Bewerbungsrunden sind inzwischen 34 Kulturformen in das bundesweite Verzeichnis eingetragen. Am 01.04. 2017 startet die dritte Bewerbungsrunde.
(Auf dem Foto: Karl Josef Tielke im Gespräch mit Benjamin Hanke, DUK)
Vom 08. - 10. April 2016 fand die 19. Präsidiumssitzung des EKV im nationalen Zentrum für Forstkultur in Goluchów (Polen) statt. Neben aktuellen Berichten standen der Rückblick auf das 10. Europäische Köhlertreffen in Neukirchen und die Planung für das 11. Europäische Köhlertreffen 2017 in Lembach (Elsaß), sowie Überlegungen zum 20. Geburtstag des EKV im nächsten Jahr an. Erste Beratungen über eine Anpassung der Satzung an die Veränderungen in der Mitgliederstruktur, eine verbindlichere Europäisierung der Gremien und die turnusmäßig anstehenden Neuwahlen schlossen sich an. Im Rahmen der Sitzung konnte Kurt Jacob (verantwortlich für die freie Schriftenreihe des EKV) das erste Exemplar des neuen Heftes "Das Terra Preta-Phänomen - eine kreislauforientierte Bioökonomie" an Präsident Karl Josef Tielke überreichen. (Vorstellung des Heftes in Kürze in den News) Neben den Präsidiumsberatungen gab es ausgiebige Möglichkeiten, Einblicke in die Region, die grosspolnische Kultur (beeindruckend das Folkloreemsemble "Tursko"!) und die lokale Köhlereigeschichte zu erleben. Präsidiumsmitglied Michael Prymka hatte mit seinem Team ein ausgezeichnetes Rahmenprogramm vorbereitet. Mit dem Direktor des Zentrums für Forstkultur, Benedykt Rozmiarek, wurden erste Ideen für ein mögliches Meilerprojekt auf dem Gelände des Zentrums angedacht. Bürgermeister Marek Zdunek und Vizelandrat Eugeniusz Malecki zeigten sich hocherfreut über den Besuch der europäischen Gäste. Präsidium und Begleitungen waren begeistert von vielen neuen Eindrücken und ganz besonders von der überaus herzlichen Gastfreundschaft unserer polnischen Gastgeber: ein grosser Köhlerdank an alle! In den guten Begegnungen zeigte sich erneut, wie prägend der europäische Gedanke im EKV lebt!!! (Foto: Karl Heinz Kordt, weitere Fotos in der Rubrik "Bildergalerie")
Liebe Mitglieder und Freunde des Europäischen Köhlervereins!

Was es aus dem zu Ende gehenden Jahr an Köhlereiaktivitäten zu berichten gibt, lest ihr am besten im Köhlerboten nach: es war deutlich geprägt von einer erneut gestiegenen Fülle von örtlichen Veranstaltungen und nicht so stark durch einzelne herausragende Höhepunkte. Gegenseitige Meilerbesuche werden inzwischen auch immer mehr zur Gewohnheit. In einigen Gruppen/Vereinen gab es personelle Veränderungen, eine Reihe neuer Mitglieder ist zu uns gestossen. Wenn ich dem Jahr ein Etikett geben sollte, würde ich sagen “Ein Normaljahr auf gutem Stand!“.
Mehr und mehr richtet sich jetzt das Augenmerk auf das nächste Jahr: das 11. Europäische Köhlertreffen steht bevor. Strahlende Augen sehe ich bei vielen, wenn ich die gastgebende Region Elsaß nenne! Ich glaube, dass wir uns wirklich auf das kommende Treffen wieder besonders freuen dürfen: eine herrliche Gegend, ein wunderschöner Meilerplatz unter der imposanten Ruine der Burg Fleckenstein, kulinarische Extraklasse und vor allem überaus einladende und herzliche Gastgeber!!!
Wenn ich dann noch daran denke, dass wir uns in der Herzkammer Europas schlechthin versammeln, bekommt unser Treffen eine ganz spezielle Färbung. Am Ende eines Jahres, in dem über Europa fast nur noch negativ gesprochen und geschrieben wurde, in dem die Versuche politischer Gemeinsamkeiten in Europa immer wieder in‘s Stolpern gerieten, in dem vielen Menschen die Hoffnung auf eine Zukunft für Europa abhanden zu kommen scheint, haben wir die willkommene Aussicht, 2017 wieder eine positive Europa-Erfahrung miteinander zu machen! Als Dachverband von Köhlern und Köhlerfreunden, der Europa im Namen trägt, müssen uns die vielen negativen Schlagzeilen über Europa in‘s Mark unseres eigenen Selbstverständnisses treffen und unruhig machen. Selbstverständlich sind wir viel zu klein und unbedeutend, um zu glauben, wir könnten die grossen politischen Räder lenken. Aber für uns selbst und unser europäisches Miteinander wollen wir schon weiter die Regie führen und auch behalten. Oder gibt es auch unter uns Menschen, die sich an Stelle des EKV lieber für jedes Land einen nationalen Zusammenschluss wünschen? Ich habe schon vielfach betont, wie dankbar ich unserer Gründergeneration bin, dass sie 1997 (wir werden 2017 zwanzig!) nicht einen deutschen, sondern einen europäischen Zusammenschluss in‘s Leben gerufen haben. Das wiederhole ich gern bei jeder sich bietenden Gelegenheit! Köhlerei und Teerschwelerei sind seit ihren Anfängen und in ihrer gesamten geschichtlichen Entwicklung einfach nicht in nationalen Grenzen zu denken! Wanderköhlerei und wechselseitige handwerkliche Einflüsse stehen für eine durchgängige grenzüberschreitende Geschichte unseres Handwerkes. Und wenn wir an die gerade einmal zwanzig Jahre unserer Verbandsgeschichte denken: wie viele bereichernde Erlebnisse haben wir gerade unserer europäisch bunten Zusammensetzung zu verdanken! Was haben wir für herrliche Landschaften in Europa erkundet! Wie haben wir uns an den regionalen Kulturen und Bräuchen in Europa erfreut! Wie gross ist immer wieder die Vorfreude auf das Wiedersehen bei unseren grossen Treffen! Den Satz „Aus Fremden werden Freunde!“ können wir mit Sicherheit aus voller Überzeugung unterschreiben!
Mit diesem Bewusstsein können wir nun bis zum Sommer gut noch eine Schüppe Vorfreude nachlegen und einfach nicht in das negative Europa-Gerede einstimmen - vielleicht sogar eher im Gespräch mit Freunden, Arbeitskollegen oder Nachbarn unsere schönen Erfahrungen mit den europäischen Nachbarn erzählen und Europa so wieder zu einem positiven Klang verhelfen! Möglicherweise ist ja die Tatsache, dass im Jahr des Brexit weitere britische Köhler Mitglieder im EKV geworden sind, ein positiver Fingerzeig für die Zukunft? Dann bekommt unser 11. Europäisches Köhlertreffen im Elsaß wirklich eine ganz spezielle Bedeutung - vielleicht sogar über unsere Kreise hinaus! Und wir leisten weiter unseren bescheidenen Beitrag zum europäischen Miteinander, der Völkerverständigung und letztlich zum friedlichen Zusammenleben in einer Welt, der Frieden fehlt, wie kaum etwas anderes!
Und dann haben wir auch eine ausgezeichnete Grundlage für unseren zwanzigsten Geburtstag, den wir Anfang Oktober in Sosa feiern werden, wo die Ideen zur Gründung seinerzeit geschmiedet wurden.
Im Rahmen unserer turnusmäßigen Mitgliederversammlung im Elsaß (Einladung liegt bei!) werden auch Vorstand und Präsidium des EKV für die nächsten vier Jahre neu gewählt. Ich wünsche mir, dass sich auch dabei unser gutes europäisches Miteinander niederschlägt, und wir gut gerüstet in die Zukunft der nächsten Jahre gehen können!

Liebe Köhlerfreunde!
In diesem Sinne wünsche ich euch und euren Familien ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr 2017, in dem ich mich besonders auf ein Wiedersehen Ende Juli im Elsaß freue.

Allzeit GUT BRAND

Karl Josef Tielke
- Präsident des Europäischen Köhlervereins -
In der Rubrik "Projekte" befindet sich eine ausgezeichnete Drstellung der Geschichte der Köhlerei von der offenen Holzverkohlung über die Grubenmeiler, die stehenden Meiler bis zu den ersten Retorten. Es handelt sich um einen Auszug aus der Promotionsschrift des Archäologen, Schmiedes und Köhlers Arne Paysen. Der Autor hat uns freundlicherweise die Veröffentlichung seines Textes auf der Homepage des EKV erlaubt, wofür wir uns sehr bedanken! Für Köhler und Köhlerfreunde, die mehr über die Geschichte unseres alten Handwerkes erfahren wollen, ist diese Abhandlung eine seriöse, wissenschaftlich fundierte Quelle, die einen überaus grossen Quellenschatz aus der Literatur verarbeitet.
Nobelhart&Schmutzig (1 Michelin-Stern), das derzeit wohl angesagteste Speiselokal in Berlin (www.nobelhart&schmutzig.de), bekommt eine Menge Holzkohlen aus dem Schwarzwald geliefert. In der experimentierfreudigen und neugierigen Küche wird teilweise auf Kohlen gegart, gegrillt und geräuchert.
Auf dem Bild neben den Kohlensäcken und unserem Köhlerfreund Thomas Faißt, Küchenchef Micha Schäfer und Lokalchef Billy Wagner.
Mit einem Böllerschuss aus der Vorderlader-Reelingskanone der Schützengesellschaft Wieker Gelag 1452 startete der Ehrenvorsitzende Gerd Heil die Feier zum 25. Jahrestag der Gründung des Vereins der Freunde und Förderer des Forst- und Köhlerhofes Rostock-Wiethagen. Anliegen des gemeinnützigen Vereins sind der Erhalt und Ausbau der Einrichtung mit seinem kulturhistorischen Denkmal "Köhlerhaus mit zwei Teer­schwelöfen und Scheune", den Museen, dem Jagd-, Natur- und Waldlehrpfad, dem naturnahen Spielplatz. Dabei sollen die Anwendung der Produkte der Holzverschwelung, wie der Holzkohle, dem Holzteer und dem Holzgas im früheren Holzschiffbau, der Konservierung oder einer anderweitigen Nutzung öffentlich präsentiert werden. Im Modellpark des Forst- und Köhlerhofes werden 13 verschiedene Typen von Modellen und Originalen von Holzverschwelungsanlagen aus Europa vorgestellt.
Schon 1984 wurde unter der Regie von Gerd Heil mit den Erhaltungsmaßnahmen der Öfen und Gebäude auf dem Gelände des alten Forsthofes begonnen. Ende 1986 brannte erstmals wieder ein kleiner Meiler. Nach der Wende ging der Köhlerhof schrittweise aus dem Eigentum der Stadt auf den neuen Verein über. Als lebendige Vergangenheitsbewahrung und als Erhalt des internationalen Kulturerbes ist der Park einzigartig. Der Europäische Köhlerverein gratuliert seinem Mitgliedsverein ganz herzlich und wünscht noch viele gute Jahre im Dienst der lebendigen Erinnerung und engagierten Vermittlung der alten Handwerke in Gegenwart und Zukunft!
Dass die Köhlerei nicht nur Holzkohle zum fröhlichen Grillen produziert wie manche Zeitgenossen der westlichen Hemisphäre gern meinen, sondern durchaus das Potenzial hat, einen wichtigen Beitrag zur Lösung zentraler Zukunftsfragen der Menschheit zu leisten, belegt eindrücklich ein Projektbericht, den unser Mitglied Karl Schmitt-Walter zur Verfügung gestellt hat. Am Ankobra Beach in Ghana läuft eine bemerkenswerte Aktivität von Ines und Claus Egger zum nachhaltigen Aufbau von Lebensperspektiven der einheimischen Bevölkerung nicht nur, aber auch mit Köhlerei! In der Rubrik "Projekte" haben wir einen aktuellen Bericht eingestellt.
Die letzten Meiler schwelen, die Kohlen sind verkauft, die Geräte werden winterfest gemacht. Den Schlusspunkt setzen Jörg Reif im Freilichtmuseum "Hessenpark" in Neu Anspach (Hessen) und die Köhlerfreunde vom "Kienstubbenverein" in Groß-Lindow (Brandenburg). In dieser Saison konnten wir auf gut 60 Meilertermine hinweisen, die uns bekannt waren. Zahlreiche weitere blieben im Verborgenen. Wer noch Interesse hat, einen Bericht oder ein Foto im neuen Köhlerboten zu veröffentlichen, ist herzlich eingeladen uns in den nächsten 14 Tagen noch etwas zu schicken (Tielke-Borchen@t-online.de oder Heinz.Sprengel@t-online.de). Mit Dank können wir auf ein gutes Meilerjahr 2016 zurückblicken und uns auf die Saison 2017 freuen. Dann rauchen wieder die Meiler und der Meilerduft zieht durch Europa - bis dahin allzeit GUT BRAND!!!
Mit einem herzlichen "Pfiat eich!" wurden die mehr als 300 Teilnehmer aus 7 Ländern am Sonntag von ihren Gastgebern, dem Köhlerverein Neukirchen (Berchtesgadener Land) auf die Heimreise verabschiedet. Beginnend am Donnerstag mit dem Einzug der Teilnehmer zu den Klängen von Blasmusik, einem Begrüssungsabend mit Vorstellung der teilnehmenden Vereine und Gruppen, folgten am Freitag Exkursionen zur Annahütte, dem Holzknechtsmuseum und der Biathlonarena, die turnusgemäße Mitgliederversammlung und am Abend das mundartliche Freilichttheater „s´Hogmoarglöckerl“, am Samstag dann ein Tag mit eigens gechartertem Schiff auf dem Chiemsee mit Herreninsel und Fraueninsel und ein abschließender furioser "Bayrisch-köhlerischer Abend". Vor der Abreise am Sonntag luden die Gastgeber noch zur Verabschiedung mit "Weißwurstessen und Breze" ein. Das 10. Europäische Köhlertreffen reiht sich würdig in die Reihe der besonderen Köhltreffen ein: geprägt von bayrischer-köhlerischer Herzlichkeit mit Begegnung und Austausch, Kultur und Festlichkeit, Freude am Zusammensein und Ermutigung für die kommenden Aufgaben. Dem Köhlerverein Neukirchen sei gedankt für überragende Gastfreundschaft, stete Präsenz in den gemeinsamen Tagen, eine vorzügliche Organisation und eine hervorragende Präsentation seiner Heimat und Kultur!!! Schon jetzt freuen wir uns auf das 11. Europäische Köhlertreffen 2017 bei den Charbonniers du Fleckenstein im Lembach (Elsaß). Die ersten Fotos aus Neukirchen jetzt in der "Bildergalerie".
Dem heiligen Köhler, Alexander Carbonarius, wird in diesem Jahr eine besondere Ehre zuteil: in der ersten Augusthälfte ziert sein Bild den offiziellen Wandkalender des Erzbistums Paderborn! Genau in diesem Zeitraum, am 11. August genau, wird sein Namensfest gefeiert. Abgebildet ist eine Skulptur, die in der Kapelle Grundsteinheim (Pfarrei St. Alexander, Iggenhausen) auf halber Strecke zwischen Hardehausen und Paderborn zu finden ist. Das Präsidium des Europäischen Köhlervereins hat diese Kapelle im April 2014 im Rahmen seiner Sitzung in Hardehausen besucht. Alexander der Köhler lebte in der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts im Nordosten der damaligen römischen Privinz Pontus et Bithynia (heute zur Türkei gehörig) als einfacher Köhler. Später wurde er zum Bischof des Bistums Comana geweiht. In der Zeit der Christenverfolgungen unter den Kaisern Decius und Aurelius nach 250 n. Chr. fand er den Tod. Seit Alters her wird er als Schutzpatron der Köhler verehrt. Auf alten Abbildungen wird er als Bischof fünf schwarzen Kohlen auf dem Evangelienbuch als Zeichen des Kohlenbrenners dargestellt. Ein Stich von Jacques Callot aus dem Jahr 1636 zeigt ihn in der Kleidung eines Köhlers mit Tragkorb auf dem Rücken bei der Übergabe der bischöflichen Insignien Mitra und Bischofsstab durch den Nachbarbischof Gregor Thaumaturgos. Ein Heiligenbildchen von Alexander Carbonarius kann beim EKV bezogen werden.
Gertrud Wieser (Mitglied im EKV) hat eine vorzügliche Broschüre mit dem Titel "Holzkohle und ihre Verwendung" veröffentlicht. Auf gerade einmal 40 Seiten ist es ihr gelungen, neben Grundlagen und Geschichte der Köhlerei vor allem die grosse Vielfalt der Verwendung von Holzkohle in Vergangenheit und Gegenwart kurz und prägnant darzustellen. Dieses Spektrum umfasst die Stichworte: Energieträger, Holzgasgeneratoren, Biokohle, Siliziumherstellung, Aktivkohle, Pyrotechnik, Grillholzkohle, Zeichenkohle, Naturheilmittel, Haushalt - Kosmetik - Garten. Die ganze Palette also! Abgerundet wird das Ganze durch ein paar Lieder, Gedichte und Geschichten. Eine überaus lesenswerte Broschüre, die Einsteigern einen guten Überblick und Insidern den ein oder anderen neuen Blick ermöglicht. Für 12,00 € zzgl. Versand kann das Heft bezogen werden bei: Gertrud Wieser, Langseite 1, A-2663 Rohr im Gebirge.
Im Rahmen des Neujahrsempfanges der Stadt Marsberg (Nordrhein - Westfalen) wurde die Dorfgemeinschaft Giershagen für die vorbildliche ehrenamtliche Organisation der Meilerwoche 2015 mit dem Bürgerpreis der Stadt Marsberg ausgezeichnet.
In Giershagen war das ganze Dorf aktiv und hat Marsberg mit der Meilerwoche von Ende Mai bis Anfang Juni weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt gemacht. Stellvertretend für die Dorfgemeinschaft nannte Bürgermeister Klaus Hülsenbeck die Herren Reinhard Schandelle, Theo Schröder, Stefan Henke, die Köhlerlehrlinge Willi Raffenberg, Reinhard Nolte und Johannes Götte, Willi Agel junior und Frank Jütte für die Gruppe Catering, Tobias Götte für die Gruppe Event/Unterhaltung, Markus Ramspott für die Gruppe Sicherheit und Ortsbürgermeister Jürgen Wohlfeil. (www.bergbauspuren.de)
„Synlight“, der neue Hochflussdichte-Sonnensimulator des DLR – Institut für Solarforschung wird den 5. historischen Holzkohlemeiler in Düttling entzünden. Im Ort Düttling, mit seinen 90 Einwohnern, dreht sich vom 9.Mai bis zum 26.Mai wieder alles um den qualmenden Holzkohlenmeiler. Sehr spannend wird es sicherlich bei der Entzündung des Meilers am Samstag, den 14.Mai um 14.00 Uhr. Dann nämlich wird das Institut für Solarforschung des Deutschen Zentrums für Luft-und Raumfahrt (DLR) das Vorfeuer des Meilers mit künstlich erzeugtem Sonnenlicht entfachen.
Derzeit entsteht in Jülich neben dem Solarturm-Kraftwerk der neue Hochflussdichte-Sonnensimulator „Synlight“. Diese „größte künstliche Sonne der Welt“ soll ab Ende diesen Jahres die weitere Entwicklung von Technologien für Solarstrom und solare Treibstoffe unterstützen. Der Hochflussdichte – Sonnensimulator stellt, unabhängig von der Tageszeit und den Witterungsverhältnissen, nach Bedarf steuerbare optische Strahlung mit einem der Solastrahlung ähnlichen Spektrum zur Verfügung. Mit einem Prototypen der neuen Großanlage werden Mitarbeiter des DLR - gleich neben dem Holzkohlemeiler die hochkonzentrierten Lichtstrahlen erzeugen, die das Vorfeuer des Meilers entzünden sollen. Die Besucher können das Geschehen live auf einer Leinwand im Festzelt verfolgen. Da der Lichtstrahl eine sehr hohe Intensität hat, ist die direkte Beobachtung vor Ort nur durch eine „Sonnenfinsternisbrille“ möglich. Ohne eine solche Schutzbrille könnte das Augenlicht Schaden nehmen.
Kurz vor Weihnachten wurde die zehnte Ausgabe des Köhlerboten an unsere Mitglieder verschickt. In der Rubrik "Publikationen" steht er seitdem auch zum Download bereit. Mit neuem Layout gibt es auf 24 Seiten eine bunte Mixtur mit Highlights und kleinem Köhleralltag, vielen Bildern mit jungen und alten Köhlern, Informativem und Nachdenklichem, kurzum: das volle Köhlerleben 2015 auf einen Blick...
Vom 20. - 22. März 2015 kamen die Mitglieder des erweiterten Präsidiums in Dachsberg (Südschwarzwald) zu ihrem Jahrestreffen zusammen. Bürgermeister Kaiser, Landrat Dr. Kistler und die Brauchtumsköhler Dachsberg empfingen die Präsidiumsmitglieder am Freitagabend im "Dachsberger Hof". Am Samstagvormittag fand im Rathaus die Präsidiumssitzung statt, bei der neben den Regularien Fragen zum immateriellen Kulturerbe, zu den Europäischen Köhlertreffen 2015 - 2019 und zur perspektivischen Ausrichtung der freien Schriftenreihe des EKV beraten wurden. Für den Nachmittag hatten die Dachsberger Gastgeber eine Exkursion zum Pumpspeicherkraftwerk der Schluchseewerke in Häusern und den Besuch eines Speckseminars in Todtmoos vorbereitet. Das Foto (Karin Steinebrunner) zeigt die gesamte Präsidiumsgruppe mit Bürgermeister Helmut Kaiser und Vertretern der Dachsberger Brauchtumsköhler vor dem Dachsberger Rathaus.
Liebe Mitglieder und Freunde des Europäischen Köhlervereins!

Bei der Wahl des Themas für meinen diesjährigen Weihnachtsbrief hatte ich gar keine Wahl - ein Thema drängte sich ganz nach vorn: die Auszeichnung von Köhlerhandwerk und Teerschwelerei als immaterielles Kulturerbe in Deutschland - namentlich als Trägergruppe benannt: der Europäische Köhlerverein e.V.!!! Nach der Aufnahme im Dezember 2014 durfte ich am 16. März 2015 im Rahmen der Auszeichnungsfeier in Berlin aus der Hand von Staatsministerin Prof. Monika Grütters die Urkunde entgegennehmen - ein ganz besonderer und bewegender Moment! Vor einem Jahr waren wir noch unsicher, ob unsere Bewerbung Erfolg hat - und dann die langerhoffte Anerkennung unseres Handwerkes gleich im ersten Anlauf!!!
Nach der Zeit der ersten Freude rückte natürlich immer mehr die Frage in den Vordergrund, welche Auswirkungen diese Auszeichnung denn mit sich bringe. Vordergründig natürlich eine grosse Ehre mit gestiegener öffentlicher Aufmerksamkeit z.B. in den Medien, dazu das Recht das Logo des immateriellen Kulturerbes in Deutschland nutzen zu dürfen. Einige fragten gleich, ob damit auch finanzielle Vorteile wie z.B Zuschüsse verbunden seien. Das alles nicht - aber eine Reihe von ehrenvollen Verpflichtungen! Es wird also nicht reichen, sich allein mit der Ehre geschmückt zu fühlen, die Auszeichnung immer wieder in‘s Wort zu heben und sich ansonsten auf diesen Lorbeeren auszuruhen! Viel wichtiger ist mir die Ermunterung an uns, unser altes Handwerk künftig mit frischem Schwung im Sinne der Unterzeile des Logotextes „Wissen.Können.Weitergeben“ mit Hand, Herz und Kopf zu praktizieren und weiter zu entwickeln:
- Wissen, indem wir die regionalen Besonderheiten, die örtliche Geschichte weiter erkunden, vertiefen und in Aktivität und Dokumentation erhalten,
- Können, indem wir die überlieferte handwerkliche Kunst im Austausch mit Köhlerfreunden pflegen, verfeinern und neue Anwendungen erschliessen,
- Weitergeben, indem wir mit Meilerführungen, Kindermeilern, Festen und Veröffentlichungen Handwerk und Köhlerkultur öffentlich präsentieren und der nachwachsenden Generation schmackhaft machen.
Und bei all dem lasst uns immer wieder neue Ideen entwickeln, uns von guten Beispielen anderer anstecken lassen, eigene Erfahrungen anderen weitersagen - und so unseren Beitrag zur Pflege und Erhaltung der vielfältigen kulturellen Ausdrucksformen in den Regionen und Ländern Europas leisten.
Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Frau Prof. Monika Grütters, hat in der Auszeichnungsfeier am 16.03.2015 in Berlin einen zentralen Gedanken der Pflege dieses kulturellen Gedächtnisses hervorgehoben: „Eine Gesellschaft, die mit ihren kulturellen Eigenheiten ihre eigene Identität und ihr Selbstverständnis pflegt, kann dem Anderen, dem Fremden, dem Unverständlichen Raum geben, ohne sich dadurch bedroht zu fühlen. Wo es dagegen keinen kulturellen Kern mehr gibt, braucht es Feindbilder, um sich der eigenen Identität zu vergewissern.“ Damit wird unserem Tun, wie auch dem der anderen, eine wichtige kultur-, gesellschafts-, letztlich friedenspolitische Bedeutung zugesprochen! In den aktuellen Debatten um Einwanderung und Integration werden ja häufig Befürchtungen und Ängste formuliert, die eigene Kultur zu verlieren oder von fremden Kulturen verdrängt zu werden. Ich habe mich oft gefragt, warum das so eine gewichtige Rolle für viele Zeitgenossen spielt. Eine Antwort liegt sicher in dem oben genannten Zitat von Frau Prof. Grütters. Unsere eigene Antwort auf diese Ängste und Befürchtungen können wir im bescheidenen Maß geben, indem wir einfach unsere Köhlerkultur überzeugend, selbstbewusst und lebendig praktizieren - zur Freude für uns und unsere Freunde und mit Respekt vor dem Anderen, dem Fremden, dem Unverständlichen, das andere mit gleicher Freude und Überzeugung praktizieren - selbstverständlich mit gegenseitiger Akzeptanz! Über viele Jahrhunderte ist auf diese Weise eine reiche kulturelle Vielfalt in den unterschiedlichen Regionen und Ländern in Europa gewachsen, bei der es nie um die Frage gehen darf, was der beste oder gar einzig wahre Teil in dieser Vielfalt wäre!!! Wir sind etwas ganz Besonderes im Verbund mit vielen und vielem anderen ganz Besonderen! Eine solche Haltung kann - glaubwürdig gelebt! - in der Tat zu Verständigung und friedlichem Zusammenleben auch in einer zunehmend unübersichtlichen Welt beitragen. Und dafür sollte sich jeder Einsatz lohnen - heute und in Zukunft!!!

Liebe Köhlerfreunde! In diesem Sinne wünsche ich euch und euren Familien ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr 2016, in dem ich mich darauf freue, wieder vielen von euch persönlich zu begegnen. Allzeit GUT BRAND

Karl Josef Tielke - Präsident des Europäischen Köhlervereins -
In der Rubrik "Projekte" ist ein ausführlicher Projektbericht unseres Mitglieds Thomas Faißt eingestellt. Er hat im letzten Jahr im Rahmen des Mittelalter-Projektes "Campus Galli" Holzkohle in einem Grubenmeiler hergestellt. In seinem Bericht beschreibt er systematisch die Bedingungen, seine Planung und seine Erfahrungen mit dieser Meilerart, die kaum noch praktiziert wird.
In der Landesdelegiertenversammlung des Landesverbandes der sächsischen Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine am 18. April 2015 in Bad Schlema wurde dessen langjähriger Vorsitzender Dr. Henry Schlauderer verabschiedet. Henry hat bei zahlreichen Gelegenheiten immer wieder die bedeutende und untrennbare Verbindung von Bergbau und Köhlerei in's Wort gehoben und sich für eine enge Zusammenarbeit unserer Verbände eingesetzt. In Anerkennung dieser bleibenden Verdienste hat ihn Präsident Karl Josef Tielke im Rahmen der Delegiertenversammlung zum Ehrenmitglied des Europäischen Köhlervereins ernannt. Mit sichtlicher Überraschung und grosser Freude hat Henry diese Auszeichnung entgegengenommen. Der EKV war mit einer kleinen Delegation nach Bad Schlema angereist: auch Heinz Sprengel, Kurt Jacob und Teresa Tielke freuten sich mit unserem neuen Ehrenmitglied.
Der langjährige Vorsitzende der Köhlerfreunde Bad Kohlgrub Ludwig (Luggi) Hutter wurde wegen seiner grossen Verdienste um die Förderung des Köhlerhandwerkes in Oberbayern und im Europäischen Köhlerverein zum Ehrenmitglied des EKV ernannt. Präsident Karl Josef Tielke überreichte die Urkunde am 03. Juni 2015 während der Meilerwoche im alten Bergbaudorf Giershagen (NRW). Luggi hatte den Köhlern Meinolf Kopshoff und Karl Josef Tielke im Rahmen einer "Preussentour" einen Besuch am Meiler abgestattet.
Unser Mitglied Hartmut Bisinger hat auch in Neukirchen eine Menge an Schnappschüssen gemacht. Diese hat er in zwei Erinnerungsformate gebracht: zum einen einen Fotokalender für das Jahr 2016, zum anderen ein Fotobuch. Interessenten können sich bei ihm melden und dort alle weiteren Bezugsbedingungen erfahren. Hartmut Bisinger, Schloßstr. 20, 95131 Schwarzenbach am Wald,
Tel: 09289 9645496, Mail: seehas1@web.de
Liebe Gäste auf den Seiten des Europäischen Köhlervereins e.V., dem Dachverband der Köhler, Köhlervereine und Freunde/Unterstützer des traditionellen Köhlerhandwerkes in Europa!
Seit dem 11. Dezember 2014 sind Köhlerhandwerk und Teerschwelerei in das erste bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen!!! Nach den Anerkennungen in Österreich und der Schweiz ist dieser wichtige Schritt nun im dritten europäischen Land geschafft - lesen sie Einzelheiten unter "Aktuelles".
Schön, dass Sie unsere Seiten besuchen und sich einen Überblick über den derzeitigen Stand des traditionellen Handwerkes der Köhler und Teerschweler verschaffen wollen. Stöbern Sie einfach durch die Rubriken, lesen Sie, was Sie interessiert, freuen Sie sich an den Köhlereifotos, nutzen Sie die Kontaktmöglichkeiten und und und ....
Wir sind um eine einigermassen gute Aktualität (siehe: "Aktuelles") bemüht. Falls das nicht immer zu Ihrer Zufriedenheit gelingt, lassen Sie uns das wissen (Mailadresse: siehe oben)!
Mein Name ist Karl Josef Tielke. (Foto: C.Pförtner) Seit dem 27. September 2013 bin ich der gewählte Präsident des Europäischen Köhlervereins. Ich würde mich freuen, wenn unsere Seiten dazu beitragen, dass Sie Neugier und Freude an unserem alten Handwerk finden.

Allzeit GUT BRAND

Karl Josef Tielke
Nur noch wenige Tage - dann beginnt in Neukirchen am Teisenberg (Bayern) das 10. Europäische Köhlertreffen. Vom 06. - 09. August 2015 kommen wieder Köhler und Köhlerfreunde aus ganz Europa zusammen, um ihren Zusammenhalt zu stärken, zu fachsimpeln, Köhlereigeschichte, Kultur und Landschaft des Berchtesgadener Landes zu erkunden und ihre turnusgemäße Jahreshauptversammlung abzuhalten. Die Anmeldungen sind erfolgt und bringen einen neuen Teilnehmerrekord, das Orgateam um den Vorsitzenden Martin Maier tüftelt an den letzten Details, die Reisebusse sind gechartert, die Vorfreude auf das Wiedersehen steigt. Das gesamte Programm kann unter: www.koehlerverein.de eingesehen werden.
In der Zeit vom 19.06. 2014 bis 29.06.2014 wurden mit Hilfe des Harzer Köhlervereins in Werther (NRW) die ersten dortigen Köhlertage durchgeführt. Veranstalter war der Landjugendverein Werther. Als Harzer Hobbyköhler hatte ich die Aufgabe übernommen einen Meiler aufzubauen und abzukohlen. Als Hilfen standen mir die jungen Mitglieder des Landjugendvereins zur Verfügung. Sie waren zwischen 14 und 28 Jahren alt. Meine anfänglichen Bedenken bezüglich ihrer Leistungsfähigkeit zerstreuten die jungen Leute in kürzester Zeit. Die ganzen Tage waren die Jungen genauso präsent wie die Mädchen. Während der Tage hatten wir sehr viele Besucher, die sich für die Köhlerei interessierten. Besondere Freude machten mir Kinder aus den umliegenden Schulen und Kindergärten. Für alle Beteiligten waren die Köhlertage ein großartiges Erlebnis.
Damit nicht genug. Es gab noch ein tolles Nachspiel.
Der Landjugendverein Werther hat sich an einer deutschlandweiten Ausschreibung des Bundes der Deutschen Landjugend beteiligt. Gesucht wurde das bedeutendste Ereignis der Vereine im Jahr 2014. Von mehr als hundert Vorschlägen belegten die Köhlertage den zweiten Platz. Die Auszeichnung fand am 18. Januar 2015 aus Anlass der Grünen Woche in Berlin im Beisein des Bundeslandwirtschaftsministers Schmidt statt. Mit dem Vereinsvorsitzenden und einem weiteren Vereinsmitglied durfte ich die Urkunde und einen Scheck für den Verein auf einer großen Bühne vor ca. 2000 jungen Leuten und viel Prominenz entgegennehmen. (Hartmut Thienen)
Die Waldköhlerei Hochecker, Michelbach (Niederösterreich), Mitglied im EKV, hat ihr Köhlerhaus eröffnet. Damit wir in Zukunft auch Führungen und Betriebspräsentationen über die Köhlerei anbieten können , haben wir uns entschlossen ein Köhlerhaus zu bauen. Es sind 50 Sitzplätze vorhanden, und es wurde heuer schon sehr gut von den Gästen angenommen. Man sieht direkt auf den Kohlenmeiler und braucht nicht unbedingt auf den Meilerplatz zu gehen ( Autobuschauffeure haben das nicht so gern).
Wir freuen uns daher auch unsere Köhlerfreunde vom EKV in Michelbach begrüßen zu dürfen. Näheres auf der Homepage www.holzkohle.at (11/2014)
Vom 25. - 27. April 2014 fand die 17. Präsidiumssitzung in Hardehausen (Hansestadt Warburg) statt. Schwerpunkte der ersten Sitzung nach der Neuwahl des Präsidiums im letzten Jahr waren ein Rückblick auf das 9. Europäische Köhlertreffen in der Schweiz, der Ausblick auf das 10. Europäische Köhlertreffen vom 06. - 08. August 2015 in Neukirchen am Teisenberg (Bayern),
Sachstandberichte zum Aufbau des Zentralarchivs in Sosa, zur Schriftenreihe, zur Satzung und zur Bewerbung des Köhlerhandwerkes als Immaterielles Kulturerbe in Deutschland.
Zu Beginn der Tagung im Jugendhaus Hardehausen (ehemaliges Zisterzienserkloster) empfing der Bürgermeister der alten Hansestadt Warburg, Herr Michael Stickeln, die Präsidiumsmitglieder und Begleiter im historischen Rathaus (Foto: CPförtner). Zum gemütlichen Köhlerabend in Hardehausen fanden sich auch der Paderborner Erzbischof Hans - Josef Becker, die beiden Mitglieder des Europaparlamentes Elmar Brok (Bielefeld) und Dr. Horst Schnellhardt (Sachsen - Anhalt), sowie der Landrat des Kreises Höxter, Herr Friedhelm Spieker, und Bürgermeister Michael Stickeln ein. (05/2014)
Im Rahmen ihrer Tagung in Hardehausen (Stadt Warburg) besuchten die Präsidiumsmitglieder auch die Kapelle in Grundsteinheim (Stadt Lichtenau), in der sich eine Statue des Heiligen Köhlers Alexander Carbonarius befindet.
Aus Anlass dieses Besuches wurde auch ein Heiligenbildchen dieses Schutzpatrons der Köhler produziert. Einzelne Exemplare können bei Karl Josef Tielke, Liethberg 20 A, 33178 Borchen bezogen werden. (05/2014)
In diesen Tagen wird der neue Köhlerbote an die Mitglieder des EKV verschickt. In der Rubrik "Publikationen" steht die 20-seitige Ausgabe 2014 ab 17. 12. zum Download bereit!
Liebe Mitglieder und Freunde des Europäischen Köhlervereins!

Die Meiler haben ausgeraucht, die Kohle ist geerntet, die Köhler haben Ruhe: jetzt ist die Zeit, das ausgehende Jahr mit all seinen Höhen und Tiefen noch einmal in den Blick zu nehmen.
Bevor allerdings Ruhe eintrat, bekamen wir das schönste denkbare Weihnachtsgeschenk: die Aufnahme von Köhlerhandwerk und Teerschwelerei in das erste bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland! Näheres findet ihr unter "Aktuelles". Damit bekam ein Jahr, das eher nicht von herausragenden Ereignissen geprägt war, einen fulminaten Höhepunkt! Das vergehende Jahr war allerdings bei weitem kein Jahr, in dem wir alle nur gewartet und nichts getan hätten! In einem grossen Netz zog der Duft zahlreicher Meiler durch Europa, schallte das GUT BRAND der vielen Köhlerfeste landauf und landab!
Ich habe in diesem Jahr einige von euch vor Ort besucht und hatte riesige Freude am anhaltenden Engagement so vieler Köhlerfreunde. Ich war positiv überrascht von den vielen jungen Gesichtern, die mit sichtlichem Vergnügen beim Aufbau schwitzten, den Meilerduft genossen und beim Ernten keine Scheu vor schwarzen Gesichtern zeigten!!! Fast überall traf ich Gäste aus anderen Köhlervereinen, die auf diese Weise kollegiale Köhlerkontakte pflegten und das Köhlernetzwerk lebendig hielten. Manche (zum Teil auch abschätzigen) Kommentare über grosse und kleine Meiler oder die „richtige“ Bauweise haben mich allerdings auch irritiert. Für mich stehen gegenseitiger Respekt und Wertschätzung vor dem handwerklichen Engagement anderer Köhlerfreunde deutlich an der ersten Stelle! Selbstverständlich gibt es in den verschiedenen Regionen unterschiedliche Gewohnheiten, was Meilergrösse, Bauweise und Erntetechnik angeht, die in ihrer Vielfalt gut dazu beitragen können, unser altes Handwerk in all seinen örtlichen Varianten lebendig zu präsentieren. Ich würde mir wünschen, dass wir diese Unterschiede ernsthaft respektieren und wertschätzen können und Freude an der Vielfalt und Verschiedenheit haben!
Wir alle sind doch Köhler, stehen in den ererbten Traditionen unseres Handwerkes, und am Ende ernten wir Kohle!!!
Einen zweiten Wunsch für die nächste Zeit möchte ich auch noch anbringen: ich würde mich freuen, wenn wir nicht nur viele schöne Meiler bauen und fröhliche Köhlerfeste feiern, sondern von diesen schönen Ereignissen mehr weitergeben! Nicht nur die Lokalzeitung sollte davon berichten. Manche haben es durchaus schon in die regionalen Fernsehprogramme geschafft. Vor allem sollten wir auch unsere eigenen Medien, den KÖHLERBOTEN und diese Homepage nutzen, um auf die Veranstaltungen hinzuweisen und dann zu berichten. Ich weiss, dass das für manche noch ungewohnt ist. Nur Mut: das müssen doch nicht wissenschaftliche Abhandlungen sein! Das wichtigste für einen Bericht ist ein lebendiges Foto - mit drei Sätzen dazu setzen wir das schon im Köhlerboten und auf der Homepage in Szene!!! Ich lasse mich im neuen Jahr gern mit Beiträgen überrollen...
Die Resonanz besonders auf unsere Homepage aus der interessierten Öffentlichkeit war für mich in diesem Jahr überraschend gross! Und mit den heutigen medientechnischen Möglichkeiten lassen sich ja auch Anfragen von Köhlern aus Indonesien, oder von einer finnischen Archäologin oder die Suche nach Erfahrungen mit Grubenmeilern schnell bearbeiten oder an fachkundigere Köhlerfreunde weiterleiten. Also: nutzen wir unsere Möglichkeiten auch innerhalb des EKV, damit die Welt mehr von unserem wunderschönen Handwerk erfährt...

Liebe Köhlerfreunde!
Ich wünsche euch und euren Familien ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr 2015, in dem wir uns vor allem auf unser Wiedersehen beim 10. Europäischen Köhlertreffen vom 06. - 09. August in Neukirchen freuen können.
Allzeit GUT BRAND

Karl Josef Tielke
- Präsident des Europäischen Köhlervereins -
Im Rahmen der Präsidiumssitzung in Hardehausen ernannte Präsident Karl Josef Tielke den langjährigen politiischen Unterstützer des EKV Dr. Horst Schnellhardt, MdEP, zum Ehrenmitglied des EKV (Foto: CPförtner). Horst Schnellhardt hat sich seit vielen Jahren unermüdlich dafür eingesetzt, dass der EKV bei den Mitgliedern des Europäischen Parlamentes ein offenes Ohr findet. So gelang es ihm, zur festlichen Präsidiumssitzung anlässlich des 15-jährigen Bestehens des EKV im Oktober 2012 zahlreiche Abgeordnetenkollegen aus den Köhlerregionen mit den Präsidiumsmitgliedern in einen regen Austausch zu bringen. Bei der Neuwahl des EU-Parlamentes im Mai tritt Horst Schnellhardt nach 20-jähriger Abgeordnetentätigkeit nicht wieder an. Wir haben tausend gute Gründe, Horst Schnellhardt für sein grosses Engagement als "Köhler-Lobbyist" zu danken und hoffen, dass er uns mit seinen vielfältigen Kontakten weiter unterstützt. (05/2014)
Dass ein altes und traditionsreiches Handwerk wie die Köhlerei auch für junge Menschen attraktiv und spannend sein kann, konnten die Besucher des Meilerfestes auf der Häuseloh in Selb anschaulich erfahren. Der Meiler wurde fast komplett von jungen Vereinsmitgliedern aufgebaut, verschwelt und geerntet! Eine Ermunterung für alle Vereine, die über Mangel an nachwachsenden Köhlern klagen - Hermann Summa erzählt sicher gern, wie das gelingen kann!!! (07/2014)
Das erste Bewerbungsverfahren für das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes ist in Sachsen auf breites Interesse gestoßen. Bis zum 30. November 2013 konnten sich in ganz Deutschland Gruppen und Gemeinschaften in ihrem Bundesland mit einer kulturellen Ausdrucksform für die Aufnahme bewerben.
Im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gingen bis zum Fristende insgesamt sechs landesspezifische Bewerbungen ein. Zudem gibt es fünf länderübergreifende Bewerbungen mit Beteiligung sächsischer Initiativen.
Landesspezifische Bewerbungen
1. Sächsischer Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine e.V. mit den Sächsischen Bergaufzügen und Bergparaden
2. Museum für Druckkunst Leipzig mit den handwerklich- künstlerischen Drucktechniken aus den Bereichen Hochdruck, Flachdruck und Tiefdruck
3. Stadt Markneukirchen mit dem traditionellen vogtländischen Musikinstrumentenbau in Markneukirchen
4. Sächsische Staatskapelle mit der ungebrochenen jahrhundertelangen Tradition des Klangkörpers Sächsische Staatskapelle
5. Leipziger Synagogalchor e.V. mit Synagogaler Chormusik des 19. und 20. Jahrhunderts und jüdischer Folklore Mittel- und Osteuropas
6. Stiftung Musica Sacra Saxoniae mit der Tradition und Aufführungspraxis geistlicher Musik durch sächsische Knabenchöre (Thomanerchor Leipzig, Kreuzchor Dresden, Dresdner Kapellknaben)
Das Kunstministerium wird alle länderspezifischen Bewerbungen, die den formalen Anforderungen entsprechen, an den Sächsischen Kultursenat weiterleiten. Dieser wird dann bis Anfang April 2014 bis zu zwei aussichtsreiche Bewerbungen benennen und dem sächsischen Kunstministerium zur Weiterleitung über die Kultusministerkonferenz an das Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO- Kommission empfehlen.
Länderübergreifende Bewerbungen
1. Europäisches Köhlerverein e.V. mit Sitz in Eibenstock (OT Sosa) mit dem traditionellen Köhlerhandwerk und Teersiederei
2. Domowina ? Bund Lausitzer Sorben e.V. mit den Bräuchen und Festen der Lausitzer Sorben im Jahreslauf
3. Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft e.V. und Deutsche Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft e. V. mit der Genossenschaftsidee
4. Deutsch-Polnische Gesellschaft Sachsen e.V. mit der deutsch- polnischen Versöhnung nach 1945
5. Verband Deutscher KonzertChöre e.V. mit der Pflege der Chormusik in deutschen Amateurchören
Das Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO- Kommission trifft sich zur Evaluierung der Vorschläge aus den 16 Ländern sowie der länderübergreifenden Bewerbungen im September 2014. Voraussichtlich im Dezember 2014 werden dann die ersten Einträge in das bundesweite Verzeichnis präsentiert.
Deutschland ist seit dem 10. Juli dieses Jahres 153. Vertragsstaat des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes. Das Übereinkommen fördert und erhält in allen Weltregionen überliefertes Wissen, Können und Alltagskulturen. Zum immateriellen Kulturerbe zählen unter anderem Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturheilkunde und Handwerkstechniken. Seit 2003 stellt die UNESCO diese kulturellen Ausdrucksformen mit einem Übereinkommen in den Mittelpunkt internationaler Kooperation.
Die Erstellung des bundesweiten Verzeichnisses ist eine Bestandsaufnahme kultureller Traditionen in Deutschland. Die Aufnahme ist eine öffentlich sichtbare Anerkennung der kulturellen Ausdrucksform und ihrer Träger. Deutsche Nominierungen für internationale Listen des immateriellen Kulturerbes können erst nach Ende des deutschen Auswahlverfahrens frühestens im März 2015 bei der UNESCO eingereicht werden.
Im Verfahren zur Erstellung des Bundesweiten Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes ist bis zum 15. April 2014 in den Bundesländern die Vorauswahl aus den 128 eingegangenen Vorschlägen erfolgt. Die 16 Länder konnten aus den Dossiers je bis zu zwei länderspezifische auswählen und an das Sekretariat der Kultusministerkonferenz (KMK) melden. Zusätzlich konnten sie alle formal vollständigen bundesländerübergreifenden Bewerbungen weiterleiten. Die endgültige Zahl steht erst Mitte Juni nach einem Beschluss des KMK-Kulturausschusses fest.
Das Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) wird diese Dossiers im Sommer 2014 nach fachlichen Kriterien prüfen und bewerten. Seine Auswahlempfehlungen werden abschließend von KMK und BKM bestätigt, so dass die ersten Einträge in das Verzeichnis voraussichtlich gegen Ende des Jahres 2014 bekannt gegeben werden können. http://www.unesco.de/8392.html
Die erste Bewerbungsphase war der Einstieg in die Diskussion und Verständigung über Immaterielles Kulturerbe in Deutschland. Vertreter/-innen der Bundesländer werden sich im Sommer 2014 dazu abstimmen, wann eine zweite Vorschlagsrunde beginnt und was aus den Erfahrungen der ersten Runde zu lernen ist. Sobald die Termine und Modalitäten der neuen Bewerbungsphase feststehen, werden Sie es u.a. über diesen Newsletter erfahren. (aus: Newsletter der DUK 05/2014)
aus: "Entlebucher Anzeiger" Dienstag, 1. Oktober 2013

Eine lange Autokolonne wies einem am Samstagnachmittag den Weg zurFamilie Wicki im Drachslis in Bramboden. Dort trafen sich die Teilnehmer des neunten europäischen Köhlertreffens um 15 Uhr zur Besichtigung eines Entlebucher Meilers. Die zahlreichen aus verschiedenen Nationen stammenden Vereinsmitglieder wurden von Doris Wicki, OK-Präsidentin, begrüsst. Sie stellte ihre köhlerbegeisterte und gastgebende Familie kurz vor und erklärte die Entstehung eines Schweizer Meilers.
Daraufhin wurde sie von Nationalrat Ruedi Lustenberger gelobt für ihre Arbeit als erste Köhlerin und für ihren Einsatz im europäischen Vorstand für die altehrwürdige Tradition der Köhlerei.
Der am Vortag neu gewählte Präsident des Europäischen Köhlervereins, Karl Josef Tielke, übergab Doris Wicki ein symbolisches Geschenk. Ein Dank ging auch an das gesamte Organisationskomitee für die hervorragende Organisation des Events.
Als Höhepunkt zündete Markus Wicki daraufhin den eigens aufgestellten Meiler an, dies wurde mit dem Schlachtruf der Köhler, drei Mal «Gut Brand!», gebührend gewürdigt. Gemeindepräsident Franz Koch zeigte sich beim Nachtessen stolz darüber, die grosse Köhlerfamilie in Romoos begrüssen zu dürfen. Auch Nationalratsvizepräsident Rudi Lustenberger sprach ein Grusswort.
Das Schlusswort hielt der neue EKV-Präsident Karl Josef Tielke. Er bedankte sich bei Doris Wicki und beim gesamten OK für die hervorragende Organisation und für die herzliche Aufnahme im Entlebuch.
aus: "Entlebucher Anzeiger" Dienstag, 1. Oktober 2013

Die Sonne schaute gerade noch über den Bergrücken und schickte die letzten Strahlen auf die Terrasse des Erlebnis- Restaurants Rossweid oberhalb von Sörenberg. Unter den Sonnenschirmen prosteten sich Köhler aus vielen Regio- nen Deutschlands, aus Frankreich und Italien zu. Einige trugen Trachten, andere wilde Bärte, in denen der Bierschaum hängen blieb. Trotz der eben beendeten dreistündigen Hauptversammlung des Europäischen Köhlervereins (EKV) waren sehr viele fröhliche Gesichter zu sehen und die Köhler unterhielten sich rege.
Im Foyer schüttelte Karl Josef Tielke immer wieder Hände und nahm Glückwünsche entgegen. Der frisch gewählte Präsident des EKV stammt aus dem Sauerland in Deutschland und löst Gründungspräsident Heinz Sprengel aus dem Erzgebirge an der Spitze des Vereins ab.
Die lüpfige Musik von Stefan Röösli (Handorgel), Dani Bucher (Handorgel) und Ueli Lustenberger (Bass) verstummte, als OK-Präsidentin Doris Wicki den Ehrengast aus Bundesbern ankündigte und Maya Graf, Nationalratspräsidentin, das Mikrofon überliess.
Maya Graf begrüsste die Köhler in den drei Landessprachen. Sie durfte 2003 erstmals einen Kohlenmeiler erleben, der ganz in ihrer Nähe auf der Sissacher Fluh von einem Köhler aus dem Schwarzwald angezündet wurde. «Das hat mich sehr fasziniert», sagte Maya Graf und fügte an: «Es darf nicht passieren, dass diese alte Handwerkskunst verloren geht!»
Der neue Präsident des Vereins, Karl Josef Tielke, bedankte sich bei der Nationalratspräsdentin. «Wir sind solch freundliche Worte nicht gewohnt», sagte Tielke.
Der Forstwart Markus Otiger zeigte mit einer Diashow Impressionen aus Siebenbürgen/Rumänien.
Die Bilder über die Meiler in Siebenbürgen waren sehr eindrücklich. «Kohlenmeiler mit 100 Kubikmetern sind keine Ausnahme», sagte Ottiger. «Im Jahr 2000 schafften die Köhler sogar einen Weltrekord mit einem Meiler von 400 Kubikmetern, der im Guinnessbuch eingetragen ist.» In Siebenbürgen verdienen die Menschen noch den Lebensunterhalt mit der Köhlerei.
Nach der Präsentation über Rumänien übernahmen der Harzer Köhlerverein und die Köhler von Fleckenstein die Pa- tenschaft für die Köhlerdelegation aus Rumänien. Unter tosendem Applaus wurden die beiden Köhler als Mitglieder des Europäischen Köhlervereins aufgenommen, der jetzt in 10 europäischen Ländern beheimatet ist.
Präsident Karl Josef Tielke bedankte sich für die vorzügliche Verköstigung durch die «Rossweid-Küche», lobte das OK des Treffens und sagte abschliessend: «Sie leben in der Unesco Biosphäre Entlebuch in einer ausgesprochen schönen Landschaft. Tragen Sie Sorge dafür!»
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Am gestrigen 30.November 2013 endete die Antragsfrist für Bewerbungen zur Anerkennung als Immaterielles Kulturerbe in Deutschland. Der Europäische Köhlerverein e.V. hat schon im September den Antrag auf Anerkennung des traditionellen Köhlerhandwerkes im Bundesland Sachsen (der Vereinssitz in Eibenstock, OT Sosa, ist dafür massgebend) gestellt! Das deutsche Verfahren sieht zunächst eine Vorauswahl in den Bundesländern vor (bis April 2014). Dann wird auf nationaler Ebene geprüft und entschieden, welche Anträge Aufnahme in die deutsche Liste des Immateriellen Kulturerbes finden sollen. In Österreich und der Schweiz ist diese Anerkennung schon erfolgt. Damit steigen auch die Chancen, in die Repräsentative Liste aufgenommen zu werden. Wir sind sehr froh, dass die langwierige Vorbereitung mit der Antragstellung nun abgeschlossen ist und sehen dem weiteren Entscheidungsweg zuversichtlich und gespannt entgegen. Unsere Mitglieder in den anderen europäischen Ländern ermuntern wir ausdrücklich, auch entsprechende Anträge zu stellen. Mit Rat und Tat zur Seite stehen dabei Heinz Sprengel und Karl Josef Tielke. Sobald neue Informationen vorliegen, werden wir hier umgehend berichten! (KJT, 01.12.2013)
aus: "Entlebucher Anzeiger" Dienstag, 1.Oktober 2013


116 stimmberechtigte Mitglieder, so viele wie noch nie, nahmen am 27.09.2013 an der Mitgliederversammlung des Europäischen Köhlervereins (EKV) teil. Präsident Heinz Sprengel aus Schneeberg (D) hielt Rückschau auf seine 16-jährige Präsidentenzeit und stellte fest, dass der EKV von 18 Gründungsmitglieder inzwischen auf über 1700 Mitglieder angewachsen ist.. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Schriftführer Karl Josef Tielke aus Borchen, Kreis Paderborn, gewählt. Vizepräsident bleibt Peter Feldmer, Hasselfelde. Neuer Schatzmeister wird Heiko Schmidt aus Grünhain-Beierfeld, Erzgebirgskreis, Schriftführer Meinolf Kopshoff aus Castrop-Rauxel. als weitere Präsidiumsmitglieder wurden gewählt: Kerstin Zülch, Jesberg (Kellerwald), Heinz Sprengel, Schneeberg (Erzgebirge) und Ger van Marion, Hulshorst (Niederlande).
Auf der Website www.koehlertreffen.ch hat das Schweizer OK-Team aktuell Presseberichte und 2 Fotogalerien über das 9. Europäische Köhlertreffen in Sörenberg eingestellt. (Foto: K.H.Kordt) Ein Klick lohnt sich...
Unser Köhlerfreunde im Elsass "Les charbonniers du Fleckenstein" sind in kürzlich mit einer hohen Auszeichnung des Institut des Arts et Traditions Populaires d'Alsace bedacht worden. Sie wurden für ihr Engagement in der Pflege des industriellen Erbgutes mit dem Bretzel d'Or, dem goldenen Brezel, ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 26.10.2013 in Straßburg statt.
Der Europäische Köhlerverein gratuliert unseren Elsässer Freunden herzlich zu dieser Auszeichnung und ist auch ein bisschen stolz, dass einer unserer starken Mitgliedsvereine auf diese Weise geehrt wird! GUT BRAND, liebe Freunde? (KJT)
Bereits im Laufe des Jahres wurde der Köhlerchor der Charbonniers du Fleckenstein mit dem Friejohrsschwälmele 2013 für die Förderung der Elsässer Mundart in seinem Wirken ausgezeichnet. Der Europäische Köhlerverein gratuliert herzlich auch zu dieser Auszeichnung. Gern und mit Genuss erinnern wir uns an euren "Kohlebrannerbue"vor zwei Jahren in Zoppe und jüngst in der Schweiz! Wir dürfen uns glücklich schätzen, euren lebendigen und kulturell aktiven Verein in unserer Mitte zu haben! Allzeit GUT BRAND!!!(KJT)
Für sein nachhaltiges Wirken zugunsten der Natur wurde unser Mitglied André Schraner mit dem Naturschutzpreis 2013 für das obere Fricktal ausgezeichnet. Der Preis wird vom Verband Oberfricktalischer Natur- und Vogelschutzvereine (VONV) verliehen. Mit diesem Preis würdigt der Verband die Verdienste von Personen, die sich in ausserordentlichem Masse für die Natur einsetzen.
«Es gibt nichts Passenderes, als den Namen André Schraner mit Kohle auf ein weisses Blatt zu schreiben», so VONV-Präsident Meinrad Bärtschi bei der Preisübergabe. Kohle deshalb, weil der Preisträger als OK-Präsident der Holzköhlerei Mettauertal, Wil 2014 seinem Anliegen zur Förderung der natürlichen Vielfalt eine geeignete Plattform gibt. Mit der Schauköhlerei im August möchte der Preisträger dafür sorgen, dass ein altes Handwerk in echt erlebt werden kann und nicht in Vergessenheit gerät.
"Preisträger ist wie ein Baum, der dank guter Wurzeln viele Früchte trägt."
André Schraners Wirken, sein Wissen, seine engagierten Umsetzungen, sein grosses Netzwerk und vieles mehr sind die Wurzeln, die den kräftigen Stamm - Meinrad Bärtschi hat diesen bereits aufs Blatt gezeichnet - im Boden verankern.
Dank dieser Verankerung wächst der Baum, in seiner Krone gedeihen die Früchte der unzähligen Aktivitäten zugunsten der Natur.
(nach: "Aargauer Zeitung")
Der Europäische Köhlerverein gratuliert unserem Köhlerfreund André herzlich, freut sich mit ihm über die hohe Auszeichnung und wünscht allzeit GUT BRAND!!!
Bei den Vorstandswahlen des Harzer Köhlervereins in Hasselfelde wurde Peter Feldmer als Präsident wiedergewählt. Weitere Mitglieder des Vorstandes sind Hermann Hohmann, Gerburg Meinecke (Schriftführerin), Hartmut Thienen (Schatzmeister), sowie (neu) Hans-Joachim Lehner aus dem Südharz und Sascha Feldmer aus Hasselfelde. Das Foto (Falkner) zeigt den Vorstand mit Horst Schnellhardt MdEP.
Liebe Mitglieder und Freunde des Europäischen Köhlervereins!

Ich weiss nicht genau, seit wie vielen Jahren dieser Gruss Euch schon erreicht - sicher bin ich jedoch, dass er Jahr für Jahr nach dem vertraut herzlichen "Gut Brand" mit der gleichen Unterschrift abschloss: Heinz Sprengel, Präsident des Europäischen Köhlervereins!
Am 27. September haben wir Heinz Sprengel nach 16 Jahren als Präsident verabschiedet und selbstverständlich umgehend zum Ehrenpräsidenten gekürt! So ist es nicht mehr als recht und billig, diesen Gruss aus der Adventszeit mit einem herzlichen Dank an unseren alten Gründungspräsidenten und jungen Ehrenpräsidenten zu beginnen. Seit der Gründung 1997 war Heinz für viele Freunde der Köhlerei in Europa Gesicht und Sprachrohr des Europäischen Köhlervereins. Den beständigen Aufschwung von einer Handvoll Idealisten am 03.10.1997 zum grossen Dachverband der europäischen Köhler haben wir in hohem Masse seinem unermüdlichen Engagement zu verdanken. In diesen Dank an Heinz möchte ich die Präsidiumsmitglieder seit der Gründung mit einschliessen!
Dass man nach einer so erfolgreichen Zeit nicht einfach auf Null schalten kann, versteht sich von selbst. Und so freue ich mich, dass Heinz auch im neugewählten Präsidium mit Sonderaufgaben wie z.B. der Schriftleitung des Köhlerboten weiter mitarbeiten wird.
Wenn einer geht, kommt in der Regel ein Neuer an seine Stelle, und so darf ich mich heute als der neugewählte Präsident des EKV vorstellen. Karl Josef Tielke, Jahrgang 1948, nach 40 Jahren im Dienst des Erzbistums Paderborn seit 2012 im Ruhestand, seit 1979 verheiratet mit Teresa Tielke, drei erwachsene Kinder Katharina, Lucas und Vincent: alle fünf sind wir Köhler aus Leidenschaft! Wir wohnen in Borchen (Kreis Paderborn). Meine Vorfahren bis zu meinem Grossvater waren Wald-arbeiter/Köhler/Landwirte (nur diese Kombination sicherte den Lebensunterhalt!) im Sauerland. Als mir diese Zusammenhänge vor Jahren anhand von Fotos aus den 1930er Jahren im Gespräch mit meinem Vater klar wurden, gab es für mich nur noch eins: ich wollte unbedingt das Handwerk meiner Vorfahren erlernen. Wie das dann im einzelnen ablief, können Euch meine Freunde aus dem Harzer Köhlerverein mal am Meiler erzählen!
Seit ich zum erstenmal einen Meiler mitgebaut und verkohlt habe, kann ich mir mein Leben ohne Meilerduft in den Klamotten, ohne Schweiss beim Errichten und ohne schwarzes Gesicht beim Kohleziehen nicht mehr vorstellen. Als mich Heinz Sprengel dann irgendwann fragte, ob ich mir vorstellen könne, für seine Nachfolge zu kandidieren, habe ich nach einem ersten Erschrecken nicht sehr lange für mein JA gebraucht, zumal der Ruhestand mit neuer Freizeit und neuer Freiheit kurz bevorstand. Jetzt bin ich im Amt und hoffe, Euch allen ein guter Präsident zu sein und den EKV erfolgreich in die nächsten Jahre zu führen! Dem gilt mein ganzer Einsatz!
In dieser Zeit vor Weihnachten, wo die Tage kürzer und die Abende länger werden, denkt man ja gern zurück an das Jahr, das sich auch rapide dem Ende zuneigt. Bei uns Köhlern gab es reichlich, auf das wir mit Freude und Dankbarkeit zurückschauen können: Meiler, Köhlerfeste, Köhlerwochen usw. in ganz Europa an immer zahlreicheren Orten. Der Köhlerberuf mag endgültig der Vergangenheit angehören - das traditionelle Köhlerhandwerk blüht und wächst durch Euer Engagement und den Einsatz vieler Aktiver und Gruppen, die wir noch nicht kennen und die uns noch nicht kennen!
Der Höhepunkt des europäischen Köhlerjahres war zweifellos das 9. Europäische Köhlertreffen vom 26.-29. September in der Biosphäre Entlebuch in der Schweiz. Die dortigen Gastgeber mit Doris Wicki an der Spitze haben uns in diesen Tagen so etwas wie eine Köhlerheimat auf Zeit geboten: eine traumhafte Gebirgslandschaft, ein abwechslungsreiches Programm, lebendige Begegnungen unter Köhlern, Einblicke in die alpenländische Kultur (Alpabfahrt in Schüpheim!), Anerkennung höchster politischer Repräsentanten der Schweiz (u.a. die amtierende Nationalratspräsidentin Maya Graf ) und unendlich viel mehr! Den herzlichen und immer präsenten Gastgebern danke ich auch an dieser Stelle für Ihren überragenden Einsatz im Dienst der europäischen Köhlergemeinschaft!!!
In zwei Jahren sehen wir uns wieder in Neukirchen (Bayern).
Für die Köhler in Deutschland geschah ein wichtiges Ereignis eher im Stillen. Im September haben wir den Antrag auf Anerkennung des traditionellen Köhlerhandwerkes und der Teerschwelerei als Immaterielles Kulturerbe gestellt. Nun gilt es abzuwarten, wie die zuständigen Gremien zuerst in Sachsen, dann auf Bundesebene unser Ansinnen aufnehmen. Zum Sommer 2014 sollten wir mehr Klarheit haben! Schon jetzt ist aber sicher: wenn wir im ersten Versuch nicht zum Zuge kommen, gehen wir ohne Zögern sofort neu an den Start für die zweite Runde!!!
Ich merke gerade, dass mein Weihnachtsgruss viel zu lang wird! Also: lest doch einfach alles weitere im neuen Köhlerboten oder auf dieser Homepage, und gebt die Informationen an alle Mitglieder weiter! Wenn's nur der Vorsitzende weiss, ist das nicht genug!!!
So wünsche ich Euch schon jetzt ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr 2014, in dem ich hoffentlich vielen von Euch persönlich begegnen darf!
Allzeit GUT BRAND

Karl Josef Tielke

(Präsident des Europäischen Köhlervereins)
Zum dritten Male wurde ein traditioneller Meiler auf der Halde des Schindlerschachtes in Neustädtel errichtet.
Anlass war die 825 Jahrfeier des alten Bergstädtchens bei Schneeberg.
Die Vorbereitungen für den Aufbau und Betrieb des Meilers waren vorbildlich organisiert.
Aber nur bei der feierlichen Entfachung mit musikalischer Umrahmung spielte das Wetter mit. Schon in der ersten Nacht begann ein Wetterumschwung mit Sturm und Regen bis fast zum Ende des Schwelprozesses.
Ohne die Unterstützung und Hilfe der Bergsicherung Sachsen und besonders des Geschäftsführers Tobias Steinert mit seinen Mitarbeitern und Petra und Franz Riebisch wäre der Meiler kaum zu betreiben gewesen. Aber am Ende erzielten die Köhler in einer Gemeinschaftsaktion noch eine gute Holzkohlenernte. Dank gilt auch den Frauen und Männern um Jens Haußner, die immer mithalfen und für die Köhler da waren.
Bei allen möchten wir uns auf diesem Wege nochmals bedanken.
Das war der dritte Meiler und damit ist es schon Tradition geworden, auf der Halde einen Traditionsmeiler zu betreiben. Die Veranstalter wollen in drei Jahren die Köhlertage auf dem Schindlerschacht erneut versuchen, diesmal auf einem anderen windgeschützten Standort.
Wir freuen uns darauf und sind dann wieder dabei.
Nochmals Dankeschön ! Glück auf ! und Gut Brand !
Kurt Jacob und Heinz Sprengel
Vom 22. - 24. März 2013 fand in Hasselfelde im Harz die 16. Präsidiumssitzung des Europäischen Köhlervereins statt.
An der Stelle, wo 1997 der EKV gegründet wurde, fasste das Präsidium einen wegweisenden Beschluss:
Der Europäische Köhlerverein wird einen Antrag auf Anerkennung des historischen Köhlerhandwerks und der Teerschwelerei als immaterielles Kulturerbe stellen.
Eine Arbeitsgruppe des Präsidiums wird bis zur Jahreshauptversammlung des EKV zum 9. Europäischen Köhlertreffen im September 2013 in der Schweiz die Bewerbungsunterlagen erarbeiten und von der Mitgliederversammlung bestätigen lassen.
Die Präsidiumsmitglieder stehen geschlossen hinter dem Anliegen und wollen, dass in Zukunft das historische Handwerk zum immateriellen Kulturerbe gehört, weil es schützenswert ist und eine wesentliche Rolle bei der industriellen Entwicklung in der Technikkette der Menschheit gespielt hat.
Nach den Erfolgen der Mitglieder des EKV im Jubiläumsjahr 2012 und der Herausgabe der Chronik "15 Jahre EKV 1997 - 2012" hat sich der Verein ein neues und beachtenswertes Ziel gesteckt, das einen wichtigen Beitrag zur Anerkennung des Berufes der Köhler, Teerschweler und Pechsieder leisten kann.
Für ihre über zwanzigjährige Pflege des Köhlerhandwerks am Niederrhein wurde den Köhlern Herbert Nowak und Wilhelm Papen von der Köhlergemeinschaft Reichswalde durch den Bundespräsidenten Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz verliehen. Wir gratulieren den Mitgliedern des Europäischen Köhlervereins herzlich zu dieser hohen Auszeichnung und freuen uns mit ihnen. Schließlich dürften sie die ersten Köhlerfreunde sein, die für ihr Engagement zur Erhaltung des traditionellen Köhlerhandwerks diese Auszeichnung erhalten haben. Auch für den Europäischen Köhlerverein ist es ein Erfolg, wenn besonders engagierte Mitglieder auf diese Art geehrt werden. Für uns ist es auch ein weiterer Schritt zur Anerkennung eines Handwerks, für das wir uns seit 15 Jahren einsetzen. Vielen Dank Herbert und Wilhelm für Euren Einsatz und für die Zukunft alles Gute.
Gut Brand!
In einer 124 Seiten umfassenden Broschüre ist die Chronik des Europäischen Köhlervereins erschienen. Im DIN A 4 Format und im Vierfarbdruck ist eine umfassende Entwicklungsgeschichte unseres Vereins dokumentiert. Von der Gründung bis zum letzten Köhlertreffen in Italien wird die Erfolgsgeschichte des Europäischen Köhlervereins und seiner Mitglieder eindrucksvoll in Text und Bild gesetzt. Zusätzlich zeigt eine Europakarte die Heimatregionen aller Mitglieder und Sponsoren.
An dieser Stelle danken wir allen, die an diesem Werk mitgearbeitet haben und den zahlreichen Sponsoren und Institutionen, ohne die der Druck nicht möglich gewesen wäre.
Die Broschüre kann ab sofort im Büro des EKV oder per Mail bestellt werden.
Kosten: Mitglieder des EKV 15.- Euro, Nichtmitglieder 18.- Euro zzgl. Portogebühren
E-mail: horst.schnellhardt@europarl.europa.eu
Dr. Horst Schnellhardt
Mitglied des Europäischen Parlaments
Pressemitteilung
Donnerstag, 25. Oktober 2012
Köhlertreffen im Europäischen Parlament
Unter der Schirmherrschaft des Europaabgeordneten Dr. Horst Schnellhardt
(EVP / CDU) fand am gestrigen Mittwoch die Festsitzung des Europäischen
Köhlervereins anlässlich seines 15-jährigen Bestehens im Europäischen Parlament
in Straßburg statt.
"Ich habe mich sehr gefreut, dass besonders viele meiner Freunde vom Harzer
Köhlerverein die Gelegenheit genutzt haben, mit Köhlern aus allen Teilen
Deutschlands und aus anderen europäischen Ländern, zum Beispiel aus den
Niederlanden, der Schweiz, Polen und Italien, über die Wahrung des traditionellen
Köhlerhandwerks in ihren Regionen zu fachsimpeln und mit zahlreichen
Abgeordneten des Europäischen Parlaments ins Gespräch zu kommen.
Die Köhlerei ist ein nicht wegzudenkender Teil der Geschichte Sachsen-
Anhalts und war Grundlage für die Industrialisierung, die Europa Wachstum
und Wohlstand in einem vorher nie da gewesenen Ausmaß ermöglicht hat",
so Schnellhardt.
"Der 1997 in Hasselfelde gegründete Europäische Köhlerverein mit seinen
stolzen 1.600 Mitgliedern aus zehn verschiedenen europäischen Ländern ist
ein Stück gelebte europäische Integration. Initiativen dieser Art, die den Gedankenaustausch
über nationale Grenzen hinweg fördern, sind von unschätzbar
hohem Wert für den europäischen Einigungsprozess. Sehr gerne werde
ich die Harzer Köhler und ihren europäischen Dachverband auch in Zukunft
tatkräftig unterstützen", kommentierte Schnellhardt abschließend.
Am 24. Oktober fand die Festsitzung des EKV zum 15. Jahrestag des Bestehens des Vereins im Europaparlament in Straßburg statt. In seiner Begrüßung lobte Dr. Horst Schnellhardt die Arbeit des Europäischen Köhlervereins und sein Wirken für die europäische Einigung als Verein. Die Mitglieder des Vereins haben viel geleistet, um ein altes Handwerk europaweit vor dem Aussterben zu bewahren. Sie können in Zukunft auf die Unterstützung der Parlamentarier rechnen.
32 Vereinsmitglieder und das Präsidium konnten zu der Festsitzung auch 10 Europaabgeordnete begrüßen und ihnen die Chronik "15 Jahre EKV" überreichen.
Der Präsident des EKV, Heinz Sprengel, ging in seiner Festansprache auf die 15jährige Geschichte des Vereins ein und bedankte sich bei allen Mitgliedern und Fördereren für ihre Arbeit und Unterstützung. Besonders stolz kann der Verein auf das Erreichte sein und darauf, dass er nun auch in Europa die Unterstützung erhält, die die Mitglieder schon lange angestrebt haben. Zum Schluss rief er alle Vereinsmitglieder auf, weiterhin beharrlich für das Ziel des Vereins zu streben und formulierte:"Geduldig müssen wir weiter Anwalt eines Handwerks sein, das in der Geschichte einen festen und anerkannten Platz erhalten muss."
Eine Premiere war der Bau eines traditionellen Meilers zu einem Höhepunkt der Traditionspflege der Bergmanns-, Hütten- und Knappschaftsvereine. Entstanden war die Idee bei einem Gespräch an einem Meiler auf dem Schindlerschacht in Schneeberg/Neustädtel zwischen Dr. Henry Schlauderer, Vorsitzender des Sächsischen Landesverbandes der Bergmanns-,Hütten- und Knappenvereine e.V. und Heinz Sprengel, Präsident des EKV. Gemeinsam mit den Veranstaltern des Bergmannstages und der Berg- Knapp- und Brüderschaft Jöhstadt e.V. konnte das Projekt verwirklicht werden.
In einer beeindruckenden Veranstaltung wurde nach dem kleinen Bergaufzug am 19.08.2012 der Meiler entfacht. Die Zündstange konnte in einer einmaligen Zeremonie am offenen Geleucht eines Bergmanns vom Köhler entzündet werden und an den Bergmann Peter Haustein, Vorsitzender der Berg- Knapp- und Brüderschaft Jöhstadt, zum Entfachen des Meilers weitergegeben werden. Diese wunderbare Demonstration der Verbindung zwischen Bergbau und Köhlerei verfolgten nahezu 300 Gäste am Festplatz von Jöhstadt. Unter den Klängen des Bergmännischen Musikvereins Jöhstadt begann der Meiler seine Tätigkeit.
Der absolute Höhepunkt der Festwoche war die Große Bergparade zum 4. Sächsischen Bergmanns-, Hütten- und Knappentages am 26. August 2012 mit ca. 1800 Trachtenträgern in Jöhstadt. Mit an der Spitze, erstmalig mit der Fahne des Europäischen Köhlervereins, marschierte eine Delegation unseres Vereins mit Kurt Jacob, Heiko Schmidt und im Habit des Köhlers, Heinz Sprengel. Als Fahnenträger wieder ein Bergmann, Bergbruder Rico vom Jöhstädter Verein.
Wir bedanken uns für die tatkräftige Hilfe der Vereinsmitglieder von Jöhstadt, dem Team des Sportzentrums Jöhstadt für die liebevolle Betreuung und den Mitgliedern des EKV Kurt Jacob, Ralf Roscher, Günter Teumer und Dieter Marggraf am Meiler.
Dieses Projekt in Jöhstadt war ein voller Erfolg und einer der Höhepunkte im 15. Jahr des Bestehens des Europäischen Köhlervereins 2012. Bilder unter www.sbhkt.de/meiler/
1. 5. Meiler an der "Köhlerhütte" Fürstenbrunn / Erzgebirge

Ein Jubiläum machte den Anfang des Jahres 2012. Vom 12. bis 22. April fanden an historischer Stelle die 5. Köhlertage zu Ehren der Befreiung des Prinzen Albrecht von Sachsen durch den Köhler Schmidt aus den Händen des Raubritters Kunz von Kaufungen statt.
Die Errichtung und Verschwelung des Meilers geschah wieder in Zusammenarbeit des Europäischen Köhlervereins mit dem Köhlerverein Erzgebirge. Am 14. April wurde der Meiler gemeinsam mit Hitradio RTL Sachsen entfacht. Zahlreiche Zuschauer und Prominente kamen als Gäste nach Waschleithe.
Die Ernte einer hervorragenden Buchenholzkohle geschah am 22.04.2012, dabei wurde der erste Schritt zur Ernte der Kohle durch den Brauereidirektor der berühmten Weltenburger Klosterbrauerei, Hermann Goß, vollzogen. Ein Dank gilt dem Inhaber des Hotels & Restaurants "Köhlerhütte", Heiko Schmidt und seiner Familie sowie dem Team der "Köhlerhütte",die in bewährter Form die Köhler und ihre Helfer rund um die Uhr betreuten. Danken möchten wir auch den Medien, die die Veranstaltung immer aktuell betreuten. Dass die Holzkohle qualitätsmäßig gut geerntet und eingetütet wurde verdanken wir besonders den Köhlerfreunden aus Sosa, der Feuerwehr Beierfeld und den Heimatfreunden vom Heimateck Waschleithe.
Zur Präsidiumssitzung waren zahlreiche Präsidiumsmitglieder und Gäste aus Italien und Tschechien nach Planá bei Tagesordnung die Vorbereitungen auf die Höhepunkte des Jubiläumsjahres 2012.
Die Organisation lag in den Händen der Köhlerfreunde Jiri Kadera und Dusan Caran, die gemeinsam mit dem
Historischen Bergmannsverein Planá die Tage organisierten.
Zur Sitzung konnte auch die Chronik "15 Jahre EKV - 1997 - 2012" vorgestellt werden. Ein besonderer Höhepunkt
wird im Oktober die Festsitzung des Präsidiums und eingeladener Gäste sowie Europaabgeordneter im
Europaparlament in Straßburg sein.
Mit der Beratung in Tschechien, nahezu am Mittelpunkt Europas, konnte ein wichtiger Schritt vollzogen werden, um in Zukunft die Köhlerfreunde in den östlichen europäischen Ländern in unsere Arbeit einzubeziehen.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Gastgebern für die Organisation und die herzliche freundschaftliche Atmosphäre während der Tage in unserem Nachbarland.
Tante grazie Zoppé di Cadore, Grazie mille Zeno Sagui!

Das 8. Europäische Köhlertreffen in Italien ist Geschichte.
Die Köhler und Teerschweler Europas trafen sich vom 25. bis 28. August 2011 in Italien.
In beeindruckender Landschaft der Dolomiten erlebten wir ein Köhlertreffen mit etwa 250 Teilnehmern und hunderten Besuchern im Köhlerdorf Zoppé di Cadore und Umgebung.
Zoppé di Cadore ist nicht nur als Köhlerdorf bekannt geworden, sondern auch als das kleine Bergdorf in etwa 1500 m Höhe, eingerahmt von den beeindruckenden Bergen der Dolomiten, wo nach dem Rückgang der Köhlerei sich die berühmten Eismacher aus Italien auf den Weg nach Deutschland machten. Noch heute erlangt das Eis in den ca. 2500 Eisdielen in Deutschland europaweites Ansehen und das verdanken wir den fleißigen Menschen aus dem Dorfe unserer Gastgeber.
Ein reger Erfahrungsaustausch der Teilnehmer, die Entfachung eines Meilers auf dem wohl höchstgelegenen Meilerplatzes Europas, aber auch die 8. Jahreshauptversammlung der Mitglieder des EKV bestimmten den Inhalt des Treffens. Wir lernten aber auch viel von der ladinischen Kultur kennen und immer wieder eine beeindruckende Bergkulisse, die unser diesmaliges Köhlertreffen zu einem einmaligen Erlebnis werden ließ.
Wir bedanken uns nochmals herzlich bei unseren italienischen Gastgebern und Köhlerfreunden für erlebnisreiche Tage und die freundschaftliche Atmosphäre in den Bergen der Dolomiten.

Gut Brand !
Auf Wiedersehen zum 9. Europäischen Köhlertreffen in der Schweiz !

(Bilder des Treffens finden Sie in der Bildergalerie. Ein herzliches Dankeschön unserem Fotografen Karl - Heinz Kordt aus Rostock )
Programm:
25.08. Anreise zwischen 16.30 und 17.30 Uhr in Forno di Zoldo, Via Roma ( Museum des Nagels )
26.08. Ein Tag in Zoppé di Cadore
10.00 Uhr Begrüßung und Führungen
12.30 Uhr Mittagessen
14.30 - ca. 17.30 Uhr 8. Jahreshauptversammlung des EKV
18.00 Uhr Prozession in Ladinischen Kostümen - Zündung des Meilers
20.00 Uhr Weinprobe
27.08. 08.30 Uhr Abfahrt nach Zoldo Alto
09.00 Uhr Treffen mit den Behörden und Sponsoren
10.00 Uhr Kurzfilm "Der Holzköhler erzählt"
14.30 Uhr Führung "Museum des Nagels"
20.30 Uhr Lokal "Insonia" Abschiedsessen mit musikalischer Unterhaltung
28.08. In Pieve di Cadore werden wir nach dem Frühstück vom Präsident der Magnificia Comunitá di Cadore begrüßt
und verabschiedet. Anschließend ist ein Besuch vom Haus des Tiziano vorgesehen
Geplante Heimfahrt ab 12.00 Uhr
Im Jahre 1455 befreite der Köhler Georg Schmidt ( später Thriller genannt ) den Prinzen Albrecht von Sachsen aus den Händen des Raubritters Kunz von Kauffungen. Aus diesem Anlass betreibt der Europäische Köhlerverein seit vier Jahren an historischer Stelle, an der Köhlerhütte Fürstenbrunn bei Schwarzenberg einen historischen Meiler. Der Inhaber des Hotels "Köhlerhütte", Heiko Schmidt, Mitglied im EKV, war der Initiator dieser Veranstaltung.
In diesem Jahr war das ein Grund, dass der MDR in seiner Sendereihe "Spur der Ahnen" dieses Thema aufgriff und gemeinsam mit dem EKV einen Teil der Sendung an der Köhlerhütte drehte.
Die Sendung wird am 15. Juni 2011, 20.45 Uhr, im MDR gezeigt und wir hoffen, dass einige Szenen auch an der historischen Stelle des Prinzenraubs zu Sachsen am Meilerplatz der Köhlerhütte zu sehen sind.

Das Ehepaar Wieser wurde mit dem Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft Österreichs ausgezeichnet.
Der Europäische Köhlerverein gratuliert dem Ehepaar Wieser herzlich zu dieser hohen Auszeichnung, wir wünschen unserem Präsidiumsmitglied Peter Wieser und seiner Familie weiterhin alles Gute zum Wohle des Köhlerhandwerks!
Wir freuen uns, dass mit Peter Wieser ein Köhler in unserem Nachbarland Österreich mit diesem Staatspreis für vorbildliche Forstwirtschaft geehrt wurde.
Die Erhaltung des Köhlerhandwerks war schon immer ein hoher Anspruch der Familie Wieser. Ihnen ist es zu verdanken, dass das Gewerke der Köhlerei auch in seiner ursprünglichen Technologie erhalten wird. In Rohr im Gebirge konnten wir selbst erleben, wie eine Einheit aus dem Forstunternehmer, dem Waldbauern und dem Köhler in der Tradition österreichischer Waldbauern verwirklicht wurde und damit ein erhaltenswertes Kulturgut vom Aussterben bewahrt wurde.
Und Peter Wieser fühlt sich auch dem Nachhaltigkeitsprinzip verpflichtet. In einem Zeitungsbericht von Landwirt / Forst brachte er das in einem Interview mit DI Hans Flasch so zum Ausdruck:"Obwohl ich von den langfristigen Auswirkungen meiner Durchforstungs- und Pflegemaßnahmen nichts mehr haben werde, tu ich?s trotzdem gerne. Eben für die folgenden Generationen." Viel treffender kann das Prinzip der Nachhaltigkeit nicht beschrieben und gelebt werden. ( Zitat Ende )
Für die nachfolgenden Generationen und besonders die Jugend ist es auch wichtig, die Technologie der Langmeiler zu erhalten und auch dafür steht die Familie Peter Wieser.
Wir freuen uns, dass wir in unseren Reihen ein so engagiertes Mitglied haben, das zu unserem nächsten Europäischen Köhlertreffen im August 2011 sicher seine Erfahrungen auch an die anderen Mitglieder des Europäischen Köhlervereins weitergeben kann.
Erstmalig ist es Peter Wieser auch gelungen, dass die Köhlerei in das Nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich der UNESCO aufgenommen wurde. In der Begründung heißt es u. a. dazu:
"Da es heute nur noch wenige aktive Köhler in Österreich gibt, bilden diese eine kleine Gemeinschaft. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um das Identitätsgefühl der Köhler zu stärken und ihre Wertschätzung in der Bevölkerung zu heben. Ihre Kenntnisse wurden aufgezeichnet und medial publik gemacht. Kontinuität wird durch die Weitergabe des Handwerks an die nächste Generation gewährleistet."
Wir sind stolz, solche Mitglieder in unserem Verein zu haben und hoffen, dass andere Mitglieder des EKV ähnliche Bemühungen anstreben. Sicher wird ihnen dabei die Familie Wieser mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Gut Brand !

Tschechischer Wald - Eisen und Kohle (Eisenhüttenwesen und Kohlenbrennerei im Böhmischen Wald)

"Geschichte der Metallurgie in der Tschechischen und Holzkohle Forest" "Geschichte des Eisenhüttenwesens und der Kohlenbrennerei im Böhmischen Wald "Bergbau und Historical Society in Plana, 2010, 435 S., gebunden Historischen Bergbauverein in Plana, 2010, 435 S., Hardcover Book Award ist 430 CZK + ...


Kontakt
George Kadera

348 06 Primda

+420 732111326

jiri.kadera @ gmail.com

Kontakt
Bergbau - Historical Society Plana

Derzeit stellen "leichtfüßig die" Bergbau - Plana Historischen Vereins .
Der Verein betreibt ein Bergbaumuseum (Video Kamera Ranging ).

Bestellungen des Buches bei: E-Mail: jiri.kadera@gmail.com
( Preis 18 Euro + Versandkosten 7.50 Euro )
Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde des Europäischen Köhlervereins !

Ein erfolgreiches Jahr geht für unseren Verein zu Ende und wir können uns schon heute auf das Jahr 2011 freuen.
Es ist uns in diesem Jahr gelungen, neue Mitstreiter für die Ideen und Ziele unserer Vereinsarbeit zu gewinnen. In vielen Regionen Europas arbeiten unsere Mitglieder für den Erhalt unserer alten Handwerkskunst und sie finden immer mehr Unterstützung bei der Lösung dieser schwierigen Aufgabe. Dafür möchte ich Ihnen allen herzlich danken.
Das Handwerk der Köhlerei, der Teerschwelerei und der Pechsiederei hat wieder einen bedeutenden Platz im Tourismus eingenommen und ist auf einem guten Wege, auch in der Zukunft für den Erhalt ehrwürdiger Handwerkskunst einzustehen.
Ich wünsche Ihnen ein besinnliches und frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches und gesundes Neues Jahr mit vielen Begegnungen an den Meilern, Teeröfen und Pechplatten.
Pünktlich zum Jahresende können wir Ihnen den "Köhlerboten" Nr. 5 präsentieren und auch der Flyer des EKV wurde überarbeitet. Beides stellen wir Ihnen auf unserer Homepage zur Verfügung.

Ein herzliches "Gut Brand !"
Ihr

Heinz Sprengel
Präsident des Europäischen Köhlervereins
Vom 06. bis 09. Mai 2010 fand die Präsidiumssitzung in der Schweiz statt.
Die Mitglieder und eine Delegation des Veranstalters des 8. Europäischen Köhlertreffens aus Zoppe di Cadore / Dolomiten / Italien wurden von den Köhlern und Köhlerfreunden aus der Schweiz herzlich begrüßt. Die Veranstaltungen fanden in Wil, Kanton Aargau und in der Biosphäre Entlebuch, Kanton Luzern, statt.
Wir waren begeistert von der Organisation und der Gastfreundschaft der Schweizer. Nicht nur die Köhler und die Bevölkerung sondern auch die Vertreter der Schweizer Eidgenossenschaft und der Minister und Präsident des Kantons Luzern und zahlreiche Sponsoren kamen um das Präsidium des EKV zu begrüßen.
Beeindruckt waren die Gäste, die teilweise über 1000 km Anreise hatten, von einer europäischen Kulturlandschaft in der die Köhlerei als wichtiger Nebenerwerbszweig der Landwirtschaft nach wie vor eine wichtige Rolle spielte. Ob in Wil AG, in Entlebuch, Bramboden oder Rohrmoos konnten sich die Teilnehmer über die freundliche Atmosphäre freuen.
Unser Dank gilt besonders Doris Wicki, Tante Clara, Andre Schraner und seiner Frau Silvia, die mit einer großen Anzahl von Helfern für das Gelingen der Präsidiumssitzung verantwortlich waren.
Eindrucksvoll konnte nachgewiesen werden, dass in der Schweiz im Jahre 2013 das 9. Europäische Köhlertreffen in der Heimat der Schweizer Traditionsköhler stattfinden wird. An Unterstützung durch die zuständigen Behörden und zahlreiche Sponsoren wird es nicht fehlen. Die Mitglieder des Europäischen Köhlervereins freuen sich auf dieses Treffen der Köhler Europas.
( im Bild ist die Köhlerfamilie Wicki am Meiler zu sehen )
Liebe Mitglieder und Freunde des Europäischen Köhlervereins !

Ein erfolgreiches Jahr 2009, das ganz im Zeichen des 7. Europäischen Köhlertreffens in Rostock stand, neigt sich dem Ende zu. Die Tage an der Ostseeküste werden für uns alle unvergesslich bleiben und ebenso die herzliche Gastfreundschaft des Forst- und Köhlerhofes Rostock - Wiethagen.
Wir konnten in diesem Jahr feststellen, dass der EKV bekannter geworden ist und unsere Aktivitäten aber auch unser Ruf dazu geführt haben, dass wir wieder neue Mitglieder gewinnen konnten, die ich ganz herzlich in unseren Reihen begrüßen möchte.
In den vielen Regionen Europas hat das Köhlerhandwerk, die Teerschwelerei und Pechsiederei in Verbindung mit dem Montanwesen und der Forstwirtschaft an Bedeutung gewonnen. Es gilt nun, den Aufbau eines europaweiten Netzwerkes der Köhlerei und ihrer artverwandten Gewerke voranzutreiben, hier haben wir noch viel Arbeit vor uns. Wir können uns auf diese Arbeit freuen, denn es gibt inzwischen überall viel Unterstützung, die wir auch dringend benötigen. Ich denke dabei auch an die Europaabgeordneten in unseren Regionen, die dem Europäischen Köhlerverein den Weg nach Europa ebnen können.
Zum Abschluss des Jahres ist es mir ein Bedürfnis, all denen zu danken, die unermüdlich in den Ländern Europas das Ansehen unseres Vereins stärken und mit ihrer Arbeit einen wesentlichen Beitrag für unseren Erfolg leisten. Das gilt auch für alle, die uns in unseren Bemühungen unterstützen, ob es sich dabei um engagierte Bürger aus der Politik und Wirtschaft oder natürlich unsere Sponsoren handelt.
Ich darf Ihnen allen ein schönes Weihnachtsfest und ein gesundes und erfolgreiches Jahr wünschen. Bitte sagen Sie auch ausdrücklich Ihren Angehörigen und Freunden ein herzliches Dankeschön und bedenken Sie, dass manches ohne sie nicht möglich wäre.

Ein herzliches Gut Brand !
Ihr

Heinz Sprengel
Präsident des Europäischen Köhlervereins

PS: Das Bild zeigt eine Schnitzarbeit von Bernd Sparmann / Schneeberg
Einsatz in der Mongolei erfolgreich abgeschlossen

Im Frühjahr 2009 wurde der EKV angesprochen, ob wir eine Möglichkeit sehen, in der Mongolei Mitarbeiter einer Firma in der traditionellen Köhlerei zu unterweisen.
Für Dieter Marggraf und Heinz Sprengel war das eine interessante Herausforderung und zugleich für den Europäischen Köhlerverein eine Möglichkeit, sich weit über die Grenzen Europas hinaus zu repräsentieren. Aber ehrlich gesagt, das Angebot war schön, aber eine Realisierung in diesem Jahr hielten wir kaum für möglich.
Aber es ging alles viel schneller als gedacht. Schon im April Mai reichten wir unsere Unterlagen ein und wurden schon wenig später in das SES (Senior Experten Service) Team aufgenommen. Nach mehreren Gesprächen und einem Besuch in Bonn ( Sitz des SES ) zum Entsendegespräch, war klar, dass wir im Sommer in der Mongolei nicht nur einen Traditionsmeiler bauen werden, sondern auch noch mongolische Mitarbeiter in der Meilertechnik unterweisen sollten.
Am 24. Juli begann für Dieter und mich eine sehr abenteuerlich Reise in den Fernen Osten. Von Berlin über Moskau führte uns der Flug nach Ulan Bator, in die mongolische Hauptstadt. Nach unserer verspäteten Ankunft lernten wir schon bald die mongolische Gastfreundschaft kennen., denn uns zu Ehren wurde in einem weiten wunderschönen Tal ca. 30 km von der Hauptstadt entfernt, eine Ziege geschlachtet und die weitgereisten Köhler aus Deutschland würdig begrüßt.
Am Abend bezogen wir dann unsere Jurte in einem Camp ca. 15 km von Ulan - Bator entfernt.
Der Beginn unserer Aufgabe gestaltete sich schwierig, das Kiefernholz lag zwar bereit, aber sonst gab es weder Werkzeug noch Abdeckmaterial. Nach einem Einkauf auf dem Markt der hundert Familien ( ein Baumarkt von ungewohnter Dimension ) fanden wir im Camp schon den Meilerplatz vor. Er wurde nach unseren Angaben von den mongolischen Mitarbeitern errichtet und nicht einmal schlecht. Aber Spezialwerkzeug ( dazu gehörten Schaufeln, Hacken, Beile, Sägen und Schubkarre , ganz zu schweigen von Ziehhaken oder Kohlegabel ) war sehr ungewohnt. Mit Elan wurde der Meiler holzfertig errichtet und das Abdeckmaterial , handgerupftes wildes Möhrenkraut , aufgebracht. Die Sanderde konnte man verwenden. Aber wir fühlten uns schon wie die Vorfahren der Köhler im Erzgebirge.
Auf mongolisch "Gut Brand!" wurde aber traditionell mit einer kleinen Feier und natürlich "Dschingis Khan - Wodka" der Meiler entfacht. Auch Meiler Nr. 2 konnte erbaut und betrieben werden, diesmal nutzten wir Kamillekraut als Deckmaterial. Insgesamt konnten wir ca. 1t Holzkohle von guter Qualität unter der fleißigen Mithilfe unserer mongolischen Helfer gewinnen.
Ausflüge nach Ulan - Bator und in die Umgebung der Hauptstadt mit Camping am Tuul - Fluss und dem Besuch eines großartigen Denkmals zu Ehren des Khans ließen uns ein wenig von der Größe und Schönheit der Mongolei erahnen.
Die Idee des Europäischen Köhlervereins haben wir auf jeden Fall immer und überall vertreten und können hoffen, dass schon bald in der Mongolei das alte Handwerk wieder Fuß fassen kann.
Nach vier Wochen kamen wir endlich wieder gut zu Hause an und sind schon gespannt, wie die Entwicklung der Holzkohleproduktion in der Mongolei weitergeht.

Heinz Sprengel und Dieter Marggraf

Bilder auf dieser Seite:
- Betreuer mit Familien und mongolische Helfer im Camp
- erste traditionelle Meiler in der Mongolei

( weitere Bilder vom Einsatz demnächst unter "Bildergalerie" )
Die Teilnehmer des Europäischen Köhlertreffens in Rostock vom 21. - 24. Mai 2009 können ein positives Fazit ziehen. In einer Vielzahl von niveauvollen und lehrreichen Veranstaltungen in Rostock und Umgebung wurde den Teilnehmern viel geboten.
Die Gastgeber des Vereins der Freunde und Förderer des Forst- und Köhlerhofes Rostock - Wiethagen und der Cheforganisator der Köhlertage, Gerd Heil, waren hervorragende Gastgeber. Alle Teilnehmer waren begeistert und möchten auf diesem Wege nochmals ein herzliches Dankeschön allen Beteiligten aussprechen.
Besonderer Dank gilt der Hansestadt Rostock, dem Land Mecklenburg - Vorpommern und allen Sponsoren, die zum Gelingen des 7. Europäischen Köhlertreffens beigetragen haben.
Ob im Forst- und Köhlerhof oder Karl´s Erlebnishof, am "fauchenden Teerofen" oder der Yachthafenresidenz, zu Wasser und zu Lande oder aber im Marinestützpunkt Warnemünde überall begegneten uns freundliche Menschen, die alles dafür taten, dass sich die ca. 150 Teerschweler und Köhler sowie Freunde des Handwerks aus sechs europäischen Ländern wohlfühlen konnten.
Ein besonderer Höhepunkt war die wissenschaftliche Konferenz unter dem Motto "Ein uraltes Handwerk ist wieder modern". Namhafte Wissenschaftler der Universitäten aus Rostock, Hamburg und Tharandt referierten zu Themen der thermischen Umwandlung des Holzes. Im Heft 13 der Freien Schriftenreihe des EKV sind die Vorträge von Rostock festgehalten und können zum Preis von 5.- ? erworben werden.
Wie ein roter Faden zog sich der Europagedanke durch alle Veranstaltungen. So sind nach der Wahl jetzt insgesamt vier Mitglieder aus anderen europäischen Staaten im Präsidium vertreten. Ebenfalls wurde beschlossen, ein europäisches Netzwerk der historischen Köhlerei und Teerschwelerei in Zusammenarbeit mit der Wissenschaft und der Unterstützung durch das Europaparlament aufzubauen.
Am Rande der Veranstaltungen fanden natürlich viele Fachgespräche und persönliche Kontakte statt, die das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitglieder unseres Vereins stärken. So gehen wir voller Optimismus in die nächsten vier Jahre und werden alle bemüht sein, die gestellten Ziele in hoher Qualität zu erreichen.
Wir freuen uns auf das 8. Europäische Köhlertreffen 2011 in Zoppé di Cadore ( Dolomiten - Italien ) und laden schon heute alle Mitglieder unseres Vereins zu unseren italienischen Köhlerfreunden herzlich ein.
Das 9. Europäische Köhlertreffen 2013 ist in der Schweiz geplant.
Die Zusammensetzung des neuen Präsidiums wird demnächst auf unserer Homepage bekannt gegeben.
In Kürze erscheint auch eine Bildergalerie zum 7. Europäischen Köhlertreffen.




Teerschweler und Köhler zu Gast in der Hansestadt Rostock

Unter dem Motto "Ein altes Handwerk ist nicht untergegangen, es lebt weiter - auf höherer Ebene" treffen sich Köhler und Teerschweler und Freunde der alten Handwerkskunst aus 7 europäischen Ländern zum 7. Europäischen Köhlertreffen
vom 21. bis 24. Mai 2009 in der Hansestadt Rostock.
Eine festlich - musikalische Eröffnung findet am 21. Mai 2009 ab 18.00 Uhr in der Festscheune von "Karl´s Erlebnisdorf" Purkshof statt.
Schirmherr der Veranstaltung ist der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg - Vorpommern, Herr Dr. Backhaus.
Ein umfangreiches Programm erwartet die Teilnehmer rund um den Forst- und Köhlerhof Rostock - Wiethagen.
Hier einige Höhepunkte:
22.05.09 Erlebnistag auf dem Forst- und Köhlerhof mit Besichtigungen, Vorführungen, Demonstration alter
Handwerkskunst rund um den Teerofen und Kulturveranstaltungen.
Höhepunkt wird die 7. Jahreshauptversammlung der Mitglieder des EKV mit der Wahl des neuen Präsidiums sein.
23.05.09 Wissenschaftsveranstaltung unter der Thematik "Ein altes Handwerk ist wieder modern"
Schiffsreise von Rostock zum Marinestützpunkt Warnemünde
Abschlussabend in der Festscheune
24.05.09 Schiffsfahrt nach Warnemünde mit Landgang

Wir danken schon jetzt dem Veranstalter des Köhlertreffens, dem "Verein der Freunde und Förderer des Forst- und Köhlerhofes Rostock Wiethagen" und dem Hauptorganisator, unserem Ehrenmitglied Gerd Heil.
Unser besonderer Dank gilt den Sponsoren, dem Land Mecklenburg - Vorpommern, dem Landkreis und der Hansestadt Rostock.
N a c h r u f

Am 16. Mai 2008 verstarb unser Gründungsmitglied und einer der letzten Wanderköhler Deutschlands, Günther Birkelbach.
Mit ihm verliert die Köhlerfamilie ein Original unseres traditionellen Handwerks.
Günther Birkelbach war seit 1996 mit den Köhlern und Köhlerfreunden Europas zusammen und am Beschluss zur Gründung des Europäischen Köhlervereins beteiligt. Seit diesem ersten Treffen in Sosa hielt er uns die Treue und war maßgeblich beteiligt, das Köhlerhandwerk in seiner ursprünglichen Form zu wahren.

Eine weitere traurige Nachricht erreichte uns aus Kirchheimbolanden. Dort verstarb unser Mitglied Kurt Groth am 20. Februar 2008. Kurt Groth war Mitglied im EKV seit 2005 und hat sich immer für die Erhaltung unseres Handwerks eingesetzt.

Wir trauern um Günther Birkelbach und Kurt Groth und sprechen den Hinterbliebenen unser aufrichtiges Beileid aus.
Die beiden Verstorbenen werden in unserem Verein immer in guter Erinnerung bleiben.

Das Präsidium des EKV
Erstmalig fand eine Präsidiumssitzung des EKV in einem der Zentren der deutschen Stahlindustrie, im Siegerland, statt. Den Präsidiumsmitgliedern wurde ein interessan-tes und lehrreiches Programm geboten. Über das Forstwesen zu den zahlreichen Meilerplätzen um den Tagungsort Netphen ? Walpersdorf und schließlich einer Be-sichtigung des BGH Edelstahl in Siegen konnte die Bedeutung des Köhlerhandwerks bei der Entwicklung der Eisen ? und Stahlindustrie verfolgt werden.
Die Sitzung selbst stand ganz im Zeichen der Vorbereitung des 7. Europäischen Köhlertreffens in Rostock ? Wiethagen im Mai dieses Jahres. Mit dem Forst- und Köhlerhof Rostock ? Wiethagen sind die Köhler Europas bei den Teerschwelern der Ostseeküste zu Gast. Auch dort erwartet die Teilnehmer ein umfangreiches Pro-gramm aber auch die Präsidiumswahl steht auf der Tagesordnung. Die Präsidiums-mitglieder wurden von Gerd Heil über den Stand der Vorbereitungen informiert und bereiteten die Präsidiumswahl vor. Bei den Vorschlägen für das neue Präsidium konnte die Zahl der ausländischen Mitglieder auf insgesamt vier Kandidaten aus Ös-terreich, der Schweiz, der Niederlande und Polen erhöht werden.
Alle bisherigen Mitglieder sind auch in Zukunft bereit, Verantwortung bei der Führung des Vereins zu übernehmen.
Schwerpunkt der künftigen Arbeit des Europäischen Köhlervereins wird der Aufbau eines europäischen Netzwerkes der traditionellen Köhlerei und Teerschwelerei sein.
Um dieses Ziel zu erreichen werden in Rostock bereits zahlreiche Vertreter der Poli-tik und vor allen Dingen Europaabgeordnete in diese Bemühungen einbezogen wer-den. Vom Präsidium wird eine Konzeption zur Umsetzung dieser Zielstellung erarbei-tet und als Beschlussvorlage zur Jahreshauptversammlung in Rostock vorgelegt. Weitere Beschlussvorlagen wurden beraten u.a. auch eine Ehrenordnung des EKV, um verdienstvolle Mitglieder des Vereins in Zukunft auszuzeichnen.
Wir bedanken uns herzlich für die freundliche Aufnahme und Organisation im Sieger-land bei unserem Präsidiumsmitglied Reinhold Wagener und seiner Frau Christiane, dem Mitglied des EKV Bruno Wagener sowie die Unterstützung durch die Stadt Net-phen ? Walpersdorf und zahlreichen Sponsoren, die eine erfolgreiche Durchführung der Sitzung gewährleisteten.

Heinz Sprengel im Namen des Präsidiums des EKV
( Auszug aus dem Vorwort zur Broschüre )

Das Agricola - Kolloquium im Rahmen des Freiberger Forschungsforums bzw. des Berg- und Hüttenmännischen Tages der TU Bergakademie Freiberg ist seit je her einer historischen Fragestellung gewidmet, die mit der Geschichte der Bergakademie Freiberg bzw. der Geschichte des Montanwesens im Erzgebirge in enger Beziehung steht. Das ist auch 2008 der Fall gewesen, wenngleich sowohl die inhaltliche Perspektive wie auch die organisatorische Durchführung des Kolloquiums in gewisser Hinsicht eine Besonderheit darstellte.
Inhaltlich widmete sich das Kolloquium mit dem Thema "Bedeutung von Waldwirtschaft, Flößerei und Köhlerei für das Montanwesen" erstmals jenen sogenannten Nebengewerben, ohne die der Bergbau und das Hüttenwesen über Jahrhunderte nicht möglich gewesen wären. Holz und Holzkohle sowie ihr Transport zu den Berg- und Hüttenwerken sicherten über lange Zeit - im Erzgebirge bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein - die dringend erforderliche Versorgung mit Baumaterial zum Ausbau der Stolln und Abbauten, zum Bau der Übertagegebäude und Maschinen sowie die Energie zum Betrieb der Schmiedefeuer und Schmelzöfen. Nur eine nachhaltig betriebene Waldwirtschaft konnte diese Versorgung auf Dauer sicherstellen, weshalb nicht zufällig das Prinzip der Nachhaltigkeit im Montanwesen entwickelt wurde. Das Erzgebirge und der Freiberger Raum spielten dabei eine zentrale Rolle - eine kulturelle Leistung von wahrhaft weltweiter Bedeutung.
Um diese Leistung zu würdigen, haben sich das Institut für Wissenschafts- und Technikgeschichte ( IWTG ) der TU Bergakademie Freiberg, der Europäische Köhlerverein e.V. sowie der Förderverein Montanregion Erzgebirge e.V. zusammen gefunden, um gemeinsam das Agricola - Kolloquium 2008 zu organisieren und durchzuführen.
Als Ergebnis dieser Veranstaltung können wir die Sonderausgabe der Freiberger Forschungshefte zum Thema "Waldwirtschaft und Köhlerei" und das Heft 12 der Freien Schriftenreihe des EKV "Waldwirtschaft und Flößerei in Verbindung mit dem Montanwesen" präsentieren.
In verschiedenen Vorträgen ist es gelungen, den engen Zusammenhang zwischen Waldwirtschaft, Köhlerei, Flößerei und dem Montanwesen überzeugend darzustellen.
Die Herausgeber danken allen Autoren und Autorinnen für ihre Unterstützung bei diesem Vorhaben.



Prof. Dr. Helmuth Albrecht Heinz Sprengel
Direktor des IWTG, TU Bergakademie Freiberg Präsident des Europäischen Köhlervereins e.V.


Bestellung der Hefte siehe auch Rubrik Schriftenreihe des EKV dieser Homepage !
Das neue Jahr begann für den Europäischen Köhlerverein und seinen Präsidenten, Heinz Sprengel, mit einem Paukenschlag.
Am 09. Januar 2008 wurde er für seine Verdienste um die Erhaltung des traditionellen Köhlerhandwerks zum Neujahrsempfang des Bundespräsidenten, Horst Köhler, in das Schloss Bellevue nach Berlin eingeladen.
Etwa 65 verdienstvolle Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben aus allen Bundesländern waren zum Empfang gekommen. Eine großartige Würdigung für das Ehrenamt in unserem Land. Gemeinsam mit der Bundesregierung, den Ministerpräsidenten der Länder und vielen Persönlichkeiten aus Politik und öffentlichen Institutionen war diese Veranstaltung ein Erlebnis, was sicher für die teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger etwas Einmaliges darstellte.
Es war bestimmt das erste Mal, dass ein Vertreter des Köhlerhandwerks solch eine Ehrung erhielt. Wahrscheinlich wurde bisher noch nie ein Köhler oder Teerschweler zu seinem Landesfürsten oder Staatsoberhaupt eingeladen. Das ist selbstverständlich eine Auszeichnung, an der die Mitglieder unseres Vereins einen großen Anteil haben. Die Anerkennung unserer unermüdlichen Arbeit ist nun vollzogen, aber es leitet sich daraus auch eine wichtige Verpflichtung für alle Mitglieder unseres Vereins ab, alles zu tun, diesen Auftrieb und die höchste Anerkennung auch weiter zu nutzen, um den Berufsstand des Köhlers und Teerschwelers überall anzuerkennen.
Im Schloss Bellevue nutzte der Präsident auch die Gelegenheit zu Gesprächen mit vielen Persönlichkeiten. So gab es eine Gesprächsrunde mit den vier aus Sachsen stammenden Geehrten mit dem Ministerpräsidenten Sachsens, Georg Milbradt. Dort konnte Heinz Sprengel ausführlich die Anliegen des Europäischen Köhlervereins vorbringen und fand in dem Ministerpräsidenten einen interessanten Gesprächspartner, den er auch für die ersten Köhlertage 2008 in die Bergstadt Freiberg einlud. Der Ministerpräsidenten von Mecklenburg - Vorpommern, Harald Ringstorff, wurde über das Vorhaben des Europäischen Köhlertreffens 2009 in Rostock informiert und sagte seine Unterstützung zu. Weitere Kontakte werden sicherlich dafür sorgen, dass der Europäische Köhlerverein mit seinen Zielstellungen bekannt wird.
Im Gepäck zum Neujahrsempfang befanden sich auch typische Geschenke, die Heinz Sprengel dem Bundespräsidenten persönlich überreichte. Besondere Aufmerksamkeit erzielte bei der Presse dabei die Flasche Köhlertränen, die Horst Köhler mit freundlicher Heiterkeit empfing. Das Symbol des Köhlers aus der Werkstatt von Claus Döhler, Sosa, konnte die Verbindung von Metall und Holzkohle demonstrieren. Auch der Kalender "Erzgebirgische Impressionen in Kohle" und der Bildband "800 Jahre Sosa" waren in die Grüße aus dem Erzgebirge und dem Europäischen Köhlerverein eingebunden.
10 Jahre Augustenthaler Köhlerfest - 10 Jahre Traditionspflege des historischen Köhlerhandwerks

Um 1441 bis zum Jahre 1867 war die Eisenverhüttung, und damit auch die Köhlerei, in Augustenthal, einer ehemaligen Siedlung im heutigen Mengersgereuth - Hämmern, zu Hause. Danach starb das Köhlergewerbe langsam aus. Bis 1999, 4 Monate nach Gründung des Geschichts- und Köhlervereins Mengersgereuth - Hämmern e. V. auf dem 1. Augustenthaler Köhlerfest ( 17. - 19.09.1999 ), dank der vielseitigen Unterstützung und unter fachlicher Anleitung von Mitgliedern des Europäischen Köhlervereins, nach über 100 Jahren wieder ein Erdmeiler entfacht werden konnte. Quasi aus dem Nichts geboren, erfreute sich das Köhlerfest von Jahr zu Jahr einer immer größeren Beliebtheit und gehört mittlerweile zum festen Bestandteil der Kulturlandschaft des Landkreises Sonneberg.
Zunächst auf "fremdem" Grund, enstand in 6 Jahren, von denen 3 von intensiver Bautätigkeit geprägt waren, innerhalb des Geländes des früheren Eisenwerkes, ein Meilerplatz mit Schauköhlerei, der nun eine solide Basis für die Pflege des Köherhandwerkes bietet. Heute ist es ein Stützpunkt der historischen Köhlerei des Europäischen Köhlervereins in Thüringen.
Auf dem 8. Augustenthaler Köhlerfest wurde erstmals eine Auguistenthaler Köhlerliesl in ihr Amt eingeführt.
In der Zeit vom 12.-14.09. 2008 fand nun das 10. Augustenthaler Köhlerfest in Mengersgereuth - Hämmern statt. Aus diesem Anlass war statt des traditionellen Kinderfackelzuges ein großer Festumzug zur Eröffnung des Köhlerfestes vorgesehen, der die gesamte technologische Kette umfasst, angefangen vom Forstmann, dem Flößer, dem Köhler, dem Bergmann bis hin zum Hüttenmann. Über 320 Teilnehmer waren angetreten, darunter viele Vertreter des öffentlichen Lebens, 3 Kapellen, 26 Vereine und nicht zu vergessen, die Kinder, die mit ihren Eltern am Straßenrand standen, um sich dem Umzug anzuschließen. Unter diesen Vereinen waren 9 Köhlervereine mit dem Präsidenten des Europäischen Köhlervereins und dem Sosaer Köhlerliesl an der Spitze, 3 Bergmannsvereine, 2 Flößervereine und eine Hüttenknappschaft.
Einsetzender kräftiger Dauerregen sorgte dafür, dass der Umzug leider abgesagt werden musste.Kurzerhand wurden die Teilnehmer nach Augustenthal ins Fetszelt gefahren, wo sich unter den Klängen der Kapellen bis zur Entfachung des Erdmeilers ein angeregter Gedankenaustausch zwischen den einzelnen Vereinen entwickelte. Da keine Aussicht auf nachlassenden Regen bestand, wurde der Regenschirm ein unverzichtbares Utensil bei der Entfachung des Jubiläumsmeilers. Doch dies tat der guten Stimmung keinen Abbruch.
An den folgenden Tagen besserten sich die Wetterverhältnisse und so konnte das weitere Festprogramm ohne Beeinträchtigung durchgeführt werden.
Der Markttag war auch in diesem Jahr wieder ein echter Besuchermagnet. Auf der Marktstraße herrschte ein emsiges Treiben. Ihr Debüt gaben ein Drechsler und die Freunde der Thüringer Bratwurst aus Holzhausen mit einem Informationsstand. Der Grafiker aus Rödental, Herr Gerd Seidel überraschte mit Holzkohlezeichnungen, angefertigt mit Augustenthaler Zeichenholzkohle. Interessant waren auch die Vorführungen der Schwämmklopfer aus Neustadt am Rennsteig.
Das 10. Augustenthaler Köhlerfest war trotz der durch Witterungsunbilden verursachten Ausfälle ein voller Erfolg. Diesen Standpunkt vertraten alle Festteilnehmer. Dieser Einschätzung schließt sich der Köhlerverein gerne an.

Kurt Jacob

Bilder vom 10. Augustenthaler Köhlerfest gibt es auch in der Bildergalerie zu sehen.
Nach 18 jähriger Tätigkeit wurde Karl Matko, Landrat des Landkreises Aue - Schwarzenberg, in den Ruhestand versetzt. Zur festlichen Verabschiedung des dienstältesten Landrates des Freistaates Sachsen wurde er auf Beschluss des Präsidiums mit dem Titel "Ehrenmitglied des Europäischen Köhlervereins" ausgezeichnet.
Begründung der Ehrung:
Landrat Karl Matko hat seit Beginn der Wiederbelebung des historischen Köhlerhandwerks im Erzgebirge im Jahre 1996 engagiert mitgeholfen, dass das große Vorhaben, einen europäischen Köhlerverein zur Pflege und Wahrung des Köhlerhandwerks ins Leben zu rufen, erfolgreich in die Tat umgesetzt werden konnte. Er war ständig bereit, Ideen der Mitglieder zu fördern und ihre Umsetzung in seiner politischen Verantwortung und persönlich zu unterstützen.
Ihm ist es auch mit zu verdanken, dass der Europäische Köhlerverein ein starker, international wirkender Verein geworden ist, der weit über die Grenzen unseres Vaterlandes bekannt ist.
Gerade in der Verbindung mit dem historischen Bergbau und Hüttenwesen haben wir große Fortschritte erzielen können. Dies zeigte sich am 13. Juni 2008 mit der Durchführung des Agricola - Kolloquiums in Freiberg, welches einen absoluten Höhepunkt darstellte.
Wir wünschen unserem Ehrenmitglied einen schönen und erlebnisreichen Ruhestand und freuen uns, auf weitere Begegnungen am rauchenden Meiler.
In Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste verlieh der Bundespräsident, Horst Köhler, Hans Popp die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Im Selber Rathaus überreichte der Landrat, Dr. Karl Döhler, diese hohe Auszeichnung. Gewürdigt wurde damit sein Einsatz als Naturschutzbeauftragter, für sein Wirken bei der Renaturierung des Häuselloh - Moores, dem Erhalt der historischen Kulturlandschaft Häuselloh mit Schausteinbruch, Moor und Meilerplatz. Bei der Aufzählung weiterer Verdienste im Ehrenamt wurde auch sein Engagement im Europäischen Köhlerverein erwähnt, für das wir ihm ganz besonders Dank sagen.
Wir gratulieren unserem Präsidiumsmitglied, Hans Popp, ganz herzlich zu dieser außerordentlichen Ehrung und wünschen ihm auch in Zukunft alles Gute.

der Europäische Köhlerverein beklagt den Tod eines seiner aktivsten Mitglieder.
Im Februar verstarb nach langer und schwerer Krankheit unser Präsidiumsmitglied Ditmar Pieper.
Fassungslos und voller Bestürzung haben wir die Nachricht vom Tod erhalten und betrauern nun ein Mitglied unseres Vereins, das gerade in den letzten Jahren auch intensiv für den Europäischen Köhlerverein wirkte. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass die Köhler Europas auch in der Europäischen Union angekommen sind und dort Gehör fanden.
Allen ist noch Ditmars Einsatz für die Festtage aus Anlass des 10. Jahrestages des EKV in Hasselfelde in Erinnerung. Hier hat er dem Harz und sich selbst eine bleibende Erinnerung geschaffen. Wir werden sein Organisationstalent und sein Engagement für das Köhlerhandwerk sehr vermissen.
In dankbarer Erinnerung wird Ditmar immer einen festen Platz in der Chronik des Europäischen Köhlervereins einnehmen. Die Köhler und Köhlerfreunde Europas werden ihn immer in guter Erinnerung behalten.


Das Präsidium und die Mitglieder des Europäischen Köhlervereins

Liebe Mitglieder des Europäischen Köhlervereins, verehrte Freunde des Handwerks !
Ich freue mich, Ihnen heute den neuen Auftritt des EKV im Internet repräsentieren zu können.
Wir bedanken uns bei den Mitarbeitern der BUR - Werbung Annaberg - Buchholz, förderndes Mitglied des EKV, Kurt Jacob und Ralf Roscher, die maßgeblich an der Gestaltung der Homepage beteiligt waren.
Unser Ziel ist es, möglichst viele Personen anzusprechen und sie mit unseren Zielen zur Pflege und Bewahrung alter Handwerkskunst vertraut zu machen. Mit der Neugestaltung sind wir nunmehr in der Lage , schneller auf aktuelle Geschehnisse zu reagieren und damit die Seiten immer aktuell zu gestalten. Dies bedarf aber auch der Mitarbeit aller Mitglieder unseres Vereins. Ganz besonders würden wir uns über Zusendungen von Freunden des Köhlerhandwerks freuen, auch themenbezogene Beiträge u.a. zur Geschichte der chemischen Industrie sind bei uns gerne gesehen. Unsere Homepage ist für die Mitglieder, aber auch für Freunde des Handwerks, für Wissenschaftler und für mit dem Handwerk verbundene oder verwandte Gewerke eine Plattform. Alle Beiträge können an die Anschrift des EKV oder an mich persönlich eingeschickt werden, dabei sind auch CD´s, DVD´s oder Videos möglich. Schriftliche Berichte und Fotos werden von uns bearbeitet und können so die Inhalte der Seiten bereichern.
Wir freuen uns auf Zuschriften und weitere Hinweise zur Gestaltung.
Gut Brand !
Heinz Sprengel
Europäischer Köhlerverband - ASSOCIAZIONE EUROPEA dei CARBONAI - Evropský uhlířský spolek - Association des Charbonniers d'Europe - European Charcoal Burners Association - Europäische Chöuerverein - Europejskie Stowarzyszenie Węglarzy - Europese Vereniging van Houtskoolbranders - Asociata Europeana Pentru carbonizarea Lemnului - Evropsk

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