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Europäischer Köhlerverein
Europäischer Köhlerverband e.V. gegründet 1997 in Hasselfelde, Sitz in Eibenstock OT Sosa, Präsident: Karl Josef Tielke, Mail: info@europkoehler.com
  
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Holzkohlemeiler

aktuelle Informationen

Die Mitgliederversammlung des Europäischen Köhlerverbandes e.V. in Giershagen hat am 23. August 2019 einstimmig beschlossen, dass das nächste Europäische Köhlertreffen vom 16. - 19. September 2021 in Wolfshagen stattfinden wird. Gastgeber und Ausrichter ist der Köhlerverein Wolfshäger Meilerfreunde e.V. Das Foto zeigt den Meilerplatz in Wolfshagen.
Mitte September 2020 hat die örtliche Vorbereitungsgruppe der Meilerfreunde eine Mail an die EKV-Mitglieder mit den möglichen Unterkünften verschickt. Baldige Buchung ist dringend angeraten...
Für Nachfragen usw. sind die Meilerfreunde telefonisch unter 0049 5326 9162885 oder per Mail unter meilerfreunde@gmail.com zu erreichen. Die schriftliche Einladung zum Europatreffen wird mit dem Köhlerboten Mitte Dezember verschickt.
Im Herbst 2018 verwüsteten Unwetter auch das Köhlerdorf Zoppè di Cadore in den Dolomiten. Auch der Meilerplatz wurde stark beschädigt. Aus den Reihen der Mitglieder des Europäischen Köhlerverbandes gab es umgehend Initiativen, die Köhler in Zoppè beim Wiederaufbau ihres Platzes zu unterstützen. Beim Eröffnungsabend des 12. Europäischen Köhlertreffens am 22. August 2019 in Hardehausen wurde eine Hutsammlung gestartet, um die finanziellen Möglichkeiten zum Wiederaufbau zu erweitern. Der Schirmherr des Europatreffens, der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker, stockte die gesammelte Summe mit einer namhaften Spende auf. In den letzten Augusttagen 2020 konnten die Freunde der Union di Ladign de Zoppè nun ihren wiederhergestellten und erweiterten Meilerplatz wieder eröffnen. Wir freuen uns mit ihnen und wünschen gute Zeiten auf diesem schönen Fleckchen Erde so nah am Himmel... Allzeit GUT BRAND!!!
...ist eine kleine Handreichung überschrieben, die ab sofort in der Rubrik "Grundlagen/Literatur" unter dem Stichwort "Handwerkstechnik" veröffentlicht ist und gern kopiert werden darf. EKV-Mitglied Prof. Dr. Dr. h.c. Otto Wienhaus, langjähriger Professor für Pflanzenchemie und Ökotoxikologie der Technischen Universität Dresden in Tharandt, hat mit Unterstützung von Heinz Sprengel eine kurze fachliche Darstellung zur Frage der beim traditionellen Meilerbetrieb entstehenden Emissionen und den rechtlichen Vorgaben für unsere Meiler erstellt. Damit wollen wir unseren Mitgliedern und allen interessierten Köhlern eine fachliche Argumentationshilfe für die in den letzten Jahren vermehrt aufkommenden Diskussionen im Zusammenhang der Klimadebatten an die Hand geben. Auf diese Weise hoffen wir zu einer Versachlichung der Diskussionen beizutragen, damit die Ausübung des Köhlerhandwerkes als immaterielles Kulturerbe eine gute Zukunft behält...
Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Harzer Köhlervereins (HKV) in Hasselfelde schlossen der HKV und der Bergverein Hüttenrode eine Kooperationsvereinbarung. Damit soll die historisch gewachsene Verbindung von Bergbau und Köhlerei auch in Gegenwart und Zukunft lebendig gehalten und intensiviert werden. Peter Feldmer, Präsident des Harzer Köhlervereins, und Andreas Pawel, Berghauptmann des Bergvereins Hüttenrode, unterzeichneten eine entsprechende Urkunde. So wird erstmals auf regionaler Ebene das umgesetzt, was beim Europäischen Köhlertreffen 2019 in Hardehausen auf europäischer Ebene seinen Anfang nahm. Dort hatten die Vereinigung Europäischer Bergmanns- und Hüttenvereine e.V. (VEBH) und der Europäische Köhlerverband e.V. (EKV) die wechselseitige Ehrenmitgliedschaft vereinbart. Kurt Wardenga, Vorsitzender der VEBH, und Karl Josef Tielke, Präsident des EKV, hatten dies mit dem Austausch von Ehrenurkunden besiegelt. (Foto: Harzer Volksstimme/Karoline Klimek)
Große Freude: Die Köhler in Giershagen bekamen den Bürgerpreis der Stadt Marsberg überreicht, weil sie nicht nur die Meilerwoche 2019 vorbereitet, sondern auch  "hervorragende Gastgeber" des Europäischen Köhlertreffens waren.
„Auch in diesem Jahr soll die dörfliche Gesamtleistung wieder im Vordergrund stehen“, kündigte Bürgermeister Klaus Hülsenbeck bei der Vergabe des Bürgerpreises im Rahmen des Neujahrsempfangs der Stadt Marsberg an – und fügte hinzu: „Ein Dorf hat, auch 2019, nicht nur sehr viel Gutes, wie viele andere, sondern Herausragendes geleistet.“
„Im Ortsteil Giershagen hat man mit viel Einsatz und Herzblut nicht nur, wie im Jahre 2015, eine wunderbare Meilerwoche vorbereitet und durchgeführt, sondern ist 2019 auch als Mitgastgeber des zwölften Europäischen Köhlertreffens aufgetreten. Giershagen und damit auch Marsberg ist spätestens jetzt auf der Europakarte noch deutlicher vertreten als bisher und war, davon konnte ich mich persönlich überzeugen, ein hervorragender Gastgeber“, unterstrich der Bürgermeister die Preiswürdigkeit weiter. 
„Das ganze Dorf war wieder aktiv im Einsatz und hat gezeigt, was eine Dorfgemeinschaft zu leisten im Stande ist. Hierzu bedarf es natürlich auch der unermüdlichen Antreiber und Meileraktivisten“, erklärte Hülsenbeck, und hob namentlich Stefan Henke, Florian Müller, Willi Agel, Markus Ramspott, Gisbert und Reinhard Schandelle, Matthias Giller, Willi Raffenberg, Johannes und Tobias Götte, Reinhard Nolte, Simon Willeke, Martin Kinold und Ortsbürgermeister Gottfried Eugster hervor. 
Besondere Erwähnung fand auch das „Giershagener Eigengewächs“ Denise Nolte, die vom Europäischen Köhlerverband zur neuen Köhlerliesel gekürt wurde. Darüber hinaus seien viele andere am Erfolg beteiligt gewesen, wie Landwirte und Gewerbetreibende, die ihre Fahrzeuge und Gerätschaften überwiegend kostenfrei zur Verfügung gestellt hatten. Dank ihrer technischen Ausstattung sei die Arbeit in vielen Bereichen, so einige Aktive, zum "Vergnügen" geworden. (nach: Sauerlandkurier, K.Sens)
- lautet der Titel eines neuen Köhlerbuches aus der Schweiz. Konzipiert und geschrieben hat es Helmut W. Rodenhausen, ein Schweizer Autor mit ganz viel Leidenschaft für die Köhlerei. Der Verlag schreibt dazu: „ Auf 360 Seiten werden – ausgehend von den aktiven Köhlern im schweizerischen Entlebuch – die verschiedensten Themen der Holzkohle behandelt.
Neben der Geschichte der Köhlerei (incl. Teerschwelerei) sind die Forstwirtschaft, die medizinischen Anwendungen der Aktivkohle, die Terra-Preta, die wissenschaftlichen Bereiche der Anthrakologie und selbstverständlich die unterschiedlichen Arten der Verkohlung beschrieben. Interessant und reich bebildert sind ebenfalls die Kapitel über Köhler-Sagen und -Erzählungen, über «Kunst & Kohle» sowie über Köhlerfeste rund ums Jahr. Natürlich dürfen auch die Bezüge zur Arbeit des Europäischen Köhlerverbandes nicht fehlen.“ Nach der Lektüre des Buches sehe ich diese Beschreibung als viel zu nüchtern und sachlich an, die kaum etwas von der Magie der Fotos und den wertschätzenden Texten der 360 Seiten ahnen lässt. „HOLZKOHLE“ ist ein Lese- und Bilderbuch (171 Fotos) rund um das Köhlerhandwerk, flüssig und leicht, fast reportageartig und gut lesbar geschrieben. Ein lebendiger Streifzug durch (fast) alle Themen rund um Holzkohle und Köhlerhandwerk. Obwohl gründlich und fachlich sauber recherchiert, ist das kein trockenes Fachbuch, das einer streng logischen Fachystematik folgt. Eher assoziativ und ganz stark mit seiner Bildersprache. Holzkohle wird nicht allein technisch, sondern als Kulturgut in Geschichte, Gegenwart und Zukunft präsentiert. Die zweijährige intensive Erkundung der Materie findet einen seriösen Niederschlag in jedem der zehn Kapitel. Die Leidenschaft für das Produkt und das Handwerk prägen das Buch von der ersten bis zur letzten Seite. Das ist ein Buch, das jedem Köhler gut ansteht. Ein hervorragendes Weihnachtsgeschenk, das Lust auf Köhlerei macht. Von den Köhlerbüchern der letzten Jahre ist mir kein einziges vergleichbar gutes und empfehlenswertes bekannt! Natürlich hat Qualität ihren Preis: 59 € in Deutschland, 68 CHF in der Schweiz. Gut angelegtes Geld auf jeden Fall. Im Haupt Verlag erschienen, im Buchhandel erhältlich ISBN: 978-3-258-60214-1. Auf der Website www.edizio.com/shop kann das Buch auch direkt vom Autor mit einer persönlichen Widmung bestellt werden. Ein Satz von der letzten Seite: „Holzkohle hätte es schon lange verdient, dass man ihr ein Denkmal setzt.“ Mit seinem Buch hat Helmut W. Rodenhausen der Holzkohle ein würdiges Denkmal gesetzt. Mein grosser Köhlerdank gilt ihm für dieses vorzügliche Werk - allzeit GUT BRAND!!! (KJT)
P.S. Inzwischen gibt es eine ausgezeichnete Vorstellung des Buches im Hessischen Rundfunk: https://www.hr2.de/podcasts/neue-buecher/helmut-w-rodenhausen-holzkohle-vom-schwarzen-gold-zur-glut-im-grill,podcast-episode-62696.html
Und schon ist das 12. Europäische Köhlertreffen in Hardehausen und Giershagen Geschichte! Augenfällig erkennbar an der neuen europäischen Köhlerliesel Denise Nolte aus Giershagen, die bis zum nächsten Europatreffen 2021 ein prägendes Gesicht des Europäischen Köhlerverbandes sein wird. Fast 400 Köhlerfreunde aus 8 europäischen Länder verbrachten in jeder Hinsicht sonnige und begegnungsreiche Tage miteinander, die die Grenzen zwischen ihren Herkunftsländern für diese Zeit in ein europäisches Ganzes aufgehen liessen. Ein paar Stichworte: Vereinbarung wechselseitiger Ehrenmitgliedschaft mit der Vereinigung europäischer Bergmanns- und Hüttenvereine, dem Heiligen Köhler Alexander Carbonarius nach 1750 Jahren wieder am Meiler, Ehrenmitgliedschaft für den Schirmherrn Erzbischof Hans-Josef Becker, Mitgliederversammlung mit klarer Perspektive zum immateriellen Kulturerbe und Entscheidung, das nächste europäische Köhlertreffen vom 16. - 19. September 2021 in Wolfshagen (Harz) zu veranstalten, Bergbauexkursionen rund um Giershagen, Eröffnung der Giershagener Meilerwoche, Abschied von Köhlerliesel Amelie Leflaec, Pflanzen eines europäischen Baumkreises mit allen anwesenden Ländern, Empfang durch Erzbistum und Stadt Paderborn, Teilnahme an der Weihe der mit unserer Holzkohle gegossenen mittelalterlichen Glocke für die Bartholomäuskapelle in Paderborn und viel gute Musik, internationaler Gesang, Austausch über Gott und die Welt und natürlich Köhlereithemen und in allem immer wieder EUROPA, EUROPA, EUROPA... Unter Publikationen steht jetzt eine Bildergalerie mit Fotos von: Maria Aßhauer, Hartmut Bisinger, Ursula Kopshoff, Ronald Pfaff, Cornelia Thomas, Teresa Tielke bereit. Allzeit GUT BRAND!!!
Wenn im Winter die Meiler ruhen, bleibt an langen Abenden Zeit, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen, z.B. sich in die Fachliteratur zur Köhlerei einzugraben. Ich habe die Wintermonate genutzt, um im Internet die inzwischen überwiegend digitalisierten alten Fachbücher rund um die Köhlerei aufzuspüren und systematisch zu sortieren. Im frühen Frühjahr habe ich die Ergebnisse dieser Literaturrecherche verschiedenen Zeitepochen zugeordnet und kommentiert. Herausgekommen ist dann "Eine kleine Geschichte der Fachliteratur zur Meilerköhlerei von den Anfängen bis in's 19. Jahrhundert", die ab sofort in der Rubrik "Grundlagen/Literatur" zugänglich ist. Ich hoffe, dass der Text ein kleiner Baustein in unserem grossen Anliegen sein kann, nicht nur aktuelle Köhlereithemen, sondern auch Geschichte und Grundlagen des Köhlerhandwerkes lebendig zu überliefern. (Karl Josef Tielke)
Wer zum EKV gehört, zeigt das auch gern öffentlich - deshalb gibt es EKV- Poloshirts, Aufnäher, Aufkleber, Halstücher, Flyer, deren Erscheinungsbild von Zeit zu Zeit renoviert wird. Nach der Namensänderung zum „Europäischen Köhlerverband“ im Jahr 2017 wurden einige der Erkennungszeichen entsprechend neu gestaltet. Poloshirts mit dem gestickten Schriftzug „Europäischer Köhlerverband“ auf der Vorderseite, „Gut Brand“ auf dem Ärmel und einem aufgestickten Meiler auf der Rückseite können zum Preis von 30,00 € zzgl. Versandkosten über Heinz Sprengel, Karl-Liebknecht-Str. 11, 08289 Schneeberg, 0049 3772 326576, Heinz.Sprengel@t-online.de bezogen werden. Dort gibt es auch noch die beliebten roten Dreiecks-Halstücher aus solidem Stoff mit aufgesticktem "GUT BRAND" in den Maßen 100/68/68 cm zum Preis von 13,00 € pro Stück zzgl. Versandkosten und Aufnäher mit dem eingestickten Logo des EKV mit dem Durchmesser von etwa 9,5 cm zum Preis von 5,50 € pro Stück (ab 10 Stück 5,00€) zzgl. Versandkosten.
Flyer und Aufkleber gibt es in begrenzter Stückzahl kostenlos bei Karl Josef Tielke, Liethberg 20 A, 33178 Borchen oder über info@europkoehler.com
Beim 10. Europäischen Köhlertreffen in Neukirchen konnte ein neues Produkt des EKV vorgestelltwerden: das KÖHLERSPIEL! In der Art der bekannten Leiterspiele lässt sich mit diesem Würfelspiel die Arbeit eines Köhlers vom Aufbau des Meilers über das Verschwelen bis zum Ernten der Holzkohle verfolgen. Eine geniale Möglichkeit, wie Kinder einen spielerischen Zugang zum Köhlerhandwerk bekommen können - am besten, wenn Eltern oder Grosseltern mit ihnen spielen und dabei noch Erinnerungen und Erlebnisse einfliessen lassen! Dank der grosszügigen Unterstützung der BIAG (Barbecue Industry Association Grill e.V.) können wir das Spielfeld zum Stückpreis von 2,50 € zzgl. Versandkosten anbieten. Wer gleich 5 Expl. bestellte, zahlt dafür lediglich 10,00 € zzgl. Versandkosten. Bestellungen bei: Europäischer Köhlerverein e.V., Hauptstr. 28, 08309 Eibenstock oder bei Karl Josef Tielke, Liethberg 20 A, 33178 Borchen (info@europkoehler.com).
2o Jahre Europäischer Köhlerverband, eigentlich eine zu kleine Zahl, um schon gross zu feiern! Auf der anderen Seite eine schöne Gelegenheit, innezuhalten und die rasante Entwicklung seit 1997 zu würdigen.
Am 03. Oktober 1997 kamen im Stemberghaus in Hasselfelde/Harz zahlreiche Köhlerfreunde zusammen, um zuallererst die Eröffnung des ersten deutschen Köhlereimuseums zu feiern. 18 von ihnen hatten noch anderes im Sinn: sie beschlossen förmlich, den Europäischen Köhlerverein zu gründen. Überraschend vielleicht: der 03. Oktober war ja schon damals Tag der deutschen Einheit, und dennoch wurde ein europäischer Verband gegründet! Ich halte diese Tatsache nach wie vor für eine visionäre Entscheidung, die unseren Verband - so wie den wehenden Meilerduft - nicht eng national begrenzt, sondern in einen weiten grenzüberschreitenden Horizont gestellt hat. Und wer von uns erinnert sich nicht mit Freude und manchmal feuchten Augen an die beglückenden Begegnungen mit den europäischen Nachbarn, an das Erleben und Geniessen der anderen Kulturen, auch wenn der erste Schritt manchmal Überwindung gekostet hat? Besonders die europäischen Köhlertreffen (Vertreter der Ausrichter aus Österreich, aus Italien, der Schweiz und aus Frankreich sind unter uns) haben Verbindungen zu Freundschaften wachsen lassen, die Sprachprobleme bedeutungslos machen und auch durch schlechte Nachrichten aus Politik und Finanzwelt nicht erschüttert werden. Wir leben Europa - zwar im Kleinen, aber auf solidem Fundament: verwurzelt in unseren Heimatregionen, offen und respektvoll im Umgang Miteinander und fernab von politischem Kalkül!! Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir den kleinen Rest von Skeptikern und Gegnern in Europa und unter Europapolitikern mit unserer Europafreude noch anstecken und begeistern können!
Im Zeitraffer ein paar Fakten aus den 20 Jahren: inzwischen haben 11 Europäische Köhlertreffen stattgefunden; die 12. Ausgabe unseres jährlichen Magazins „Der Köhlerbote“ ist im Werden; das 16. Heft unserer Schriftenreihe mit fachlichen Themen des montanen Verbundes von „Bergbau - Köhlerei - Hüttenwesen“ ist in diesem Jahr zu den chemischen Prozessen der Pyrolyse erschienen; unsere Homepage (seit 2008) wurde im letzten Jahr frisch geliftet und erfreut sich grosser Beliebtheit - vor allem außerhalb der Reihen unserer Mitglieder; im vorigen Jahr konnten wir unser Archiv in Sosa eröffnen. Und ganz nebenbei: aus den 18 Gründungsmitgliedern sind inzwischen etwa 2500 Mitglieder in 11 Ländern geworden, ohne unseren Ägypter als eigenes Land hinzuzuzählen! Und als besonders schönes Geburtstagsgeschenk erreichte mich gestern die Beitrittsankündigung der slowenischen Köhlervereinigung! Der absolute Höhepunkt der 20 Jahre war mit Sicherheit die Aufnahme von Köhlerhandwerk und Teerschwelerei in das erste bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland im Dezember 2014 (nach den Anerkennungen in Österreich 2011 und der Schweiz 2012), vor allem, weil als Trägergruppe der antragstellende Europäische Köhlerverband ausgezeichnet wurde. Mit dieser Anerkennung wird nicht nur die weitgehende Ignoranz der Geschichtsschreibung für die herausragende Bedeutung unseres Handwerkes in der Kultur- und Technikgeschichte der Menschheit wieder in’s Lot gebracht, sondern auch eine - wenn auch verspätete - Anerkennung für das Lebenswerk von Generationen von Köhlern und Teerschwelern ausgesprochen - eine Ehre, die wir Heutigen zweifellos unverdient geniessen dürfen!
Diese Auszeichnung als immaterielles Kulturerbe markiert auch einen bedeutsamen Meilenstein für die weitere Entwicklung unseres Verbandes. Denn es öffnet die Perspektive zum einen über die rein technische und funktionale Bedeutung der Köhlerei hinaus auf die Kultur der Köhler und Schweler und zum anderen aus einer rein historischen Bewahrung in eine auf Gegenwart und Zukunft bezogene Dimension! Immaterielles Kulturerbe ist ja kein Museum, sondern lebendige Erinnerungskultur, die sich im tätigen Vollzug weiter entwickelt. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, hat bei der Auszeichnungsfeier zum immateriellen Kulturerbe am 16.03.2015 in Berlin zu dessen gesellschaftspolitischer Bedeutung einen zentralen Gedanken formuliert, den ich immer wieder gern zitiere:
„Eine Gesellschaft,
die mit ihren kulturellen Eigenheiten ihre eigene Identität und ihr Selbstverständnis pflegt, kann dem Anderen, dem Fremden, dem Unverständlichen Raum geben,
ohne sich dadurch bedroht zu fühlen.
Wo es dagegen keinen kulturellen Kern mehr gibt,
braucht es Feindbilder,
um sich der eigenen Identität zu vergewissern.“
Wahre Worte, fast als wären sie aktuell für die Tage nach dieser Bundestagswahl gesprochen, und so etwas wie das kleine Einmaleins für ein friedliches Zusammenleben im Kleinen wie im Grossen!
Wir müssen uns schon die Frage gefallen lassen, was wir dazu beitragen, unser kulturelles Erbe in diesem Sinne zu praktizieren, und was wir in das Konzert der vielen anderen kulturellen Erbe einbringen.
Damit einher geht die Frage, was denn die identitätsprägenden Kerne, die elementaren Haltungen und die grundlegenden Werte unserer überlieferten Köhlerkultur ausmacht.
Oder ist uns das alles zu anstrengend, und wir begnügen uns mit Holzspalten und Kohlemachen?
Dann sollten wir die Auszeichnung schnellstmöglich zurückgeben!
Für mich stecken in diesen (und weiteren) Fragen zentrale Zukunftsaufgaben des Europäischen Köhlerverbandes, denen wir uns zu stellen haben und in denen wir uns mit Freude und Leidenschaft engagieren werden.
Ein erster, vorläufiger Versuch zur Antwort auf unsere Essentials kam mir kürzlich gänzlich unerwartet entgegen:
Bei der Suche nach Spuren der Köhlerkultur in der Literatur bin ich auf ein Gedicht aus dem Jahr 1803 gestossen, also frei vom Verdacht, etwas in unsere Zeit hinein interpretieren oder unsere Fragen beantworten zu wollen. Der Verfasser ist unbekannt. Es wurde veröffentlicht in „Hamburg und Altona“, einer Zeitschrift zur „Geschichte der Zeit, der Sitten und des Geschmaks“, und trägt den schlichten Titel Köhlerlied:

"Lustig, ihr Köhler! im schaurigen Wald!
Hört, wie der Sturm durch die Tannen verhallt!
Schwarz, wie die Nacht, ist euer Gesicht;
Aber beim Himmel! Das Herz ist es nicht.

Gastfrei und freundlich, und traulich und froh
Theilt ihr den Bissen, das Lager von Stroh;
Weis’t den verirrten Wandrer zurecht,
Haltet Verstellung und Schandthat für schlecht.

Flink nach dem Meiler, ihr Köhler! gesehn,
Daß nur ja keine Löschkohlen entstehn!
Klingend und schwer und stahlblau allein
Müssen die Kohlen des Meilers stets seyn."

Welche Hinweise für unsere Gegenwart und Zukunft können wir aus den wenigen Zeilen herausdestillieren?
Ich will nur zwei Akzente herausgreifen:

Herzlich, freundlich, gastlich, Brot und Lager teilen - wäre es völlig abwegig, diese Attribute auf unseren Umgang miteinander und z.B. auch auf den Umgang mit Menschen, die Zuflucht bei uns suchen, anzuwenden?

Authentisch, unverstellt, echt - wäre nicht im Konzert der vielen Phrasendrescher und Demagogen, der Schauspieler und Lügenbolde unserer Tage mit dem Lebensmodell „Köhler pur“ eine echte Lücke zu füllen?

In diesem kleinen, unscheinbaren Gedicht stecken in meinen Augen gelebte Maßstäbe unserer Vorfahren, die auch in unseren wirren Zeiten nicht nur uns, sondern auch den ganz vielen Anderen echte Orientierung geben können. In diesen Spuren sollten wir uns bewegen und sie immer weiter und tiefer für unseren Alltag übersetzen - viel zu tun und eine durchaus lohnende Perspektive…
In diesem Sinne
- auf die Gründer von 1997
- auf ein offenes und friedliches Europa
- auf eine gute Zukunft für den Europäischen Köhlerverband
Allzeit GUT BRAND

Karl Josef Tielke, Präsident des Europäischen Köhlerverbandes e.V.
(Programmatischer Teil meiner Begrüssungsansprache beim Festabend zum zwanzigjährigen Bestehen des EKV am 30. September 2017 in der Köhlerhütte Fürstenbrunn im Erzgebirge - mit auf dem Foto: Amélie Leflaec, Europäische Köhlerliesel 2017)


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